Berlin in der Kaiserzeit. Nach Berlin! Lenes Entschluss steht fest. Sie will weg hier aus dem Dorf, wo sie immer nur das Mädchen ohne Vater sein wird, auch wenn sie noch so gut im Rechnen ist. Was sie in der Familie des Lehrers als Haus- und Kindermädchen gelernt hat, kann man sicher auch in der großen Stadt brauchen. Mit der Adresse einer Dienstbotenagentur in der Hand macht sie sich auf in eine bessere Zukunft - so hofft sie jedenfalls ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2005
Sehr gut recherchiert wirkt das Genrebild auf die Rezensentin Roswitha Budeus-Budde, das Gabriele Beyerlein mit ihrem Roman "In Berlin vielleicht" vom Berlin der Kaiserzeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwirft, in dessen Mittelpunkt eine junge Magd vom Land steht. Das Schicksal der jungen Frau, das die Autorin beschreibe, sei kein Einzelschicksal, weiß die Rezensentin, und stehe "stellvertretend für viele ähnliche Schicksale: Landflucht, Einsamkeit, Hunger, Ausbeutung als Dienstmädchen, schließlich ein uneheliches Kind durch einen "Luftikus", der dann verschwindet. Man meint, ein wenig Kritik am Klischeehaften des Romans herauszuhören, wenn Budeus-Budde anmerkt, dass er konsequent aus der naiven Perspektive des Mädchens geschrieben sei und als "konventionell geschriebenen Zeitbild" zwar die "private Tragödie, Doppelmoral und soziale Kälte" eine Rolle spielen, aber auch die Errungenschaften des 19. Jahrhunderts, "Annehmlichkeiten und der Fortschritt des Großstadtlebens, zum Zuge kämen.
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