Gabriele Hammermann

Zwangsarbeit für den Verbündeten

Die Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Militärinternierten in Deutschland 1943 - 1945
Cover: Zwangsarbeit für den Verbündeten
Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2002
ISBN 9783484820999
Gebunden, 719 Seiten, 104,00 EUR

Klappentext

Nahezu eine halbe Million italienischer Militärinternierter arbeitete zwischen 1943 und 1945 in der deutschen Rüstungsindustrie. Ihr Einsatz stellte den letzten spürbaren Einschnitt in der nationalsozialistischen Ausländerbeschäftigung dar. Auf der Basis umfassender Archivstudien, mündlicher und schriftlicher Befragungen wie auch der Erinnerungsliteratur zeichnet die Untersuchung eine detailgenaue Analyse der sozialen Realität dieser Gefangenen. Dabei werden die Entscheidungsprozesse im späten Nationalsozialismus ebenso beleuchtet wie die Auswirkungen der disparaten Politik für die Betroffenen. Besondere Aktualität erhält das Buch angesichts der Diskussion um eine angemessene Entschädigung der Zwangsarbeiter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2003

Recht überzeugend findet Rezensent Rudolf Lill die vorliegende Studie über die Arbeits- und Lebensbedingungen der zwischen 1943 bis 1945 zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportierten Italiener, von denen rund 30.000 die unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht überlebt haben. Über bisherige Arbeiten zum Thema geht Gabriele Hammermanns Buch nach Lills Ansicht insofern hinaus, als sie Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter "minutiös" beschreibe. Grundlage der Studie bilden nach Lill "ausgedehnte und sorgfältige" Archivrecherchen, unter anderem in Gerichts- und Polizeiakten sowie in Firmenarchiven. Neben der Darstellung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter geht Hammermann auch auf die italienischen Umbrüchen des Jahres 1943 ein, die Zweiteilung des Landes, die Endphase des Krieges mit ihren Radikalisierungen und der Repatriierung und Reintegration der Gefangenen, berichtet Lill. Ob die Repatriierung und Reintegration der Gefangenen wirklich misslungen ist, wie die Autorin meint, erscheint Lill allerdings zweifelhaft. Zudem hätte er sich eine etwas gründlicher Erörterung der Rolle Mussolinis gewünscht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.05.2003

In ihrer, auf Grundlage langjähriger Archiv-Recherchen erarbeiteten Studie "Zwangsarbeit für den 'Verbündeten'" bringt Gabriele Hammermann Licht in ein dunkles Kapitel der deutsch-italienischen Beziehungen, das Schicksal der italienischen Militärinternierten unter Hitler, findet Rolf Wörsdörfer. Wie er darlegt, wurden italienische Offiziere und Mannschaften, nachdem Italien im September 1943 vor den Alliierten kapituliert hatte, von der Wehrmacht entwaffnet, und vor die Wahl gestellt, an der Seite Deutschlands weiter zu kämpfen oder sich als Zwangsarbeiter zu verdingen. Hammermann zeige, dass es den italienischen Gefangenen, die, ehemalige Verbündete, als "Verräter" besonders verachtet wurden, deutlich schlechter ging als den britischen oder französischen - Tausende ließen dabei ihr Leben.

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