Johannes-Dieter Steinert

Deportation und Zwangsarbeit

Polnische und sowjetische Kinder im nationalsozialistischen Deutschland und im besetzten Osteuropa 1939-1945
Cover: Deportation und Zwangsarbeit
Klartext Verlag, Essen 2013
ISBN 9783837508963
Gebunden, 306 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Polnische und sowjetische Zwangsarbeiter rangierten auf der untersten Stufe der rassistischen nationalsozialistischen Hierarchie ausländischer Arbeitskräfte. Sie erfuhren die brutalsten Deportationspraktiken und die schlechtesten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bislang ist die Zwangsarbeit polnischer und sowjetischer Kinder im Deutschen Reich sowie in den von Deutschland besetzten Gebieten Osteuropas während des Zweiten Weltkriegs nicht aufgearbeitet worden, obwohl schätzungsweise 1 bis 1,5 Millionen Kinder aus Polen und der Sowjetunion zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden. Sie bildeten das Rückgrat der deutschen Kriegswirtschaft und arbeiteten in allen Bereichen: In den Reparaturwerkstätten von Wehrmacht und SS, beim Bau und Ausbau von Infrastruktur, Kasernen, Flughäfen und Befestigungsanlagen, für die Organisation Todt und die Deutsche Ostbahn, für private und staatliche Arbeitgeber im Dienste der deutschen Besatzungsmacht, in Bergwerken, in der Industrie, im Handwerk sowie in der Land-, Forst- und Hauswirtschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2014

Pionierarbeit leistet der Autor laut Gabriele Clemens mit seiner Analyse des Schicksals polnischer und sowjetischer Kinder und Jugendlicher als Zwangsarbeiter des Deutschen Reichs. Johannes-Dieter Steinert eröffnet der Rezensentin damit den traurigen Blick auf die Verbrechen von Nazi-Organisationen und Wehrmacht, auf die Bedingungen von Zwangsarbeit und Germanisierungspläne. So bedeutsam und erschreckend der Einblick in die von Steinert genutzten Archive und Dokumente, insbesondre Briefe, Interviews und Zeugenaussagen, für die Rezensentin ist, so wenig gefällt ihr allerdings der methodisch unkritische Umgang damit. Dass etwa viele der von Steinert genutzten Aussagen im Zusammenhang mit Entschädigungszahlungen entstanden sind, hätte der Autor mit reflektieren müssen, meint Clemens.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…