Mit den Konzentrationslagern Flossenbürg in der Oberpfalz unweit der tschechischen Grenze und Mauthausen bei Linz in Oberösterreich entstand 1938 ein weiterer Prototyp des KZ, bei dem von Beginn an die Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge ein wesentliches Motiv bildete. Beispielsweise in Flossenbürg hatten die Granitsteinbrüche eine entscheidende Rolle bei der Standortwahl gespielt. In Ravensbrück wurde im Mai 1939 das zentrale Frauen-KZ des nationalsozialistischen Deutschland eingerichtet, dem 1941 ein kleineres, abgetrenntes Männerlager angegliedert wurde. Zum jeweiligen Ort gehört das Ensemble von Außenlagern, das dem Stammlager weiträumig zugeordnet war. Die Häftlinge mussten bei der Verlagerung von Industriebetrieben in unterirdische Produktionsstätten, in Rüstungsbetrieben, in Forschungsinstituten und in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.11.2006
Matthias Arning würdigt die auf neun Bände angelegte Enzyklopädie einer Geschichte der deutschen Konzentrationslager als "eine Art Denkmal" für die vielen Opfer des NS-Terrors. Und so begrüßt er auch in der von Jörg Skriebeleit vorgelegten Geschichte der Konzentrationslager Flossenbürg, Mauthausen und Ravensbrück ein weiteres Kapitel der Geschichtsschreibung, die gegen das Vergessen arbeitet. Wie schon die vorangegangenen Bände der Reihe, legt dieser Band das Gewicht auf die Fakten und bietet eine große Detailfülle, lobt der Rezensent. Insbesondere arbeite der Autor heraus, welche zunehmend wichtige Rolle die Zwangsarbeit in den KZs Flossenbürg, Mauthausen und Ravensbrück für die Kriegsindustrie spielte.
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