Das Fest der guten Absichten "Weihnachten wird diesmal richtig schön" - dieser gute Vorsatz trägt das Scheitern schon in sich. Alle wollen das Beste für sich und ihre Lieben, und gleichzeitig fürchten sie sich vor den Feiertagen und voraussehbaren Enttäuschungen und Katastrophen. Fast jeder möchte dem Besinnlichkeitsstress entkommen, aber niemand traut sich, es dem andern einzugestehen. So hält man tapfer den Vorfreudeschein aufrecht, obwohl man statt "Alle Jahre wieder" lieber "Es geht alles vorüber" singen würde. Und, o Wunder, am Ende wird trotzdem alles irgendwie gut, selbst wenn es schiefgeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2015
Ein schönes und schön aufgemachtes Büchlein der im Juni verstorbenen Autorin, lobt Rezensentin Rose-Maria Gropp in ihrer Kurzkritik. Der Band enthält 15 Weihnachtsgeschichten, die das Fest nicht allzu ernst nehmen. Wohmanns scharfe Beobachtungsgabe ermuntert zum Lachen und heißt die Befreiung von allzu drückenden Selbstverpflichtungen ausdrücklich gut. Lautes Vorlesen könnte Weihnacht helfen, drohende Katastrophen abzuwenden, überlegt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.12.2015
Zum richtigen Zeitpunkt empfiehlt Sabine Rohlf Gabriele Wohmanns Weihnachtsgeschichten. Das Buch ist was für Spießer und Verzweifelte gleichermaßen, versichert Rohlfs, weil die Autorin sowohl ersteren aufrichtige Momente zugesteht, als auch über die Fährnisse des Festes nicht schweigt, sondern von ihnen im Gegenteil schön sachlich, garniert mit komischen Spitzen berichtet, wie Rohlfs erläutert. Von entsorgten Gänsen, nervtötenden Gesprächen und Tabletten unterm Christbaum erzählt Wohmann laut Rezensentin mit gewohnter Vertrautheit und Sinn für die Spannung zwischen Anspruch und Bequemlichkeit, die uns alle Jahre wieder fast zerreißt.
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