Eine erhellende und wunderbar zu lesende Wissenschaftsgeschichte über den Stoff, der unser Leben auf dem Blauen Planeten überhaupt erst möglich macht. Es ist die wohl außergewöhnlichste und zugleich am meisten unterschätzte Substanz auf Erden: Luft. Konturlose Luft wandelt sich auf wundersame Weise in Nahrung; die vielschichtige Erdatmosphäre saugt Lichtsignale von der Sonne auf, die gewaltiger sind als eine explodierende Atombombe. Luft umhüllt unseren Planeten wie eine wärmende Decke. Verpestete Luft ist eine Bedrohung für alle Lebewesen. Ohne Luft gäbe es weder Vogel- noch Menschenflug, und Radio könnten wir auch nicht hören. Doch woher rührt all unser Wissen über die staunenswerten Eigenschaften der Luft? "Ein Meer von Luft" erzählt von den Menschen, die sich der Erforschung des Lebenselixiers Luft gewidmet haben: von dem italienischen Renaissancewissenschaftler und Galilei-Schüler Torricelli, der herausfand, dass wir in Wirklichkeit am Grund eines dichten Meeres von Luft leben. Von dem Magdeburger Bürgermeister Otto von Guericke, der um 1650 als Erster die ungeheure Kraft des Vakuums demonstrierte. Oder von dem unglücklichen Erfinder Thomas Midgley, der in den 1920er Jahren eher zufällig das FCKW kreierte - eine chemische Verbindung, die in der Lage ist, ein Loch in den Himmel zu bohren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2007
Florian Welle kann diese Naturgeschichte der Luft nur wärmstens empfehlen und ist vom Kenntnisreichtum und dem Erzählschwung der britischen Autorin Gabriele Walker vollkommen begeistert. Überhaupt kommt dieses Buch gerade rechtzeitig, wo die Leser ohnehin für das Klima- und Umweltthema sensibilisiert sind, meint Welle, der aber betont, dass die Autorin das Hauptgewicht ihrer Darstellung nicht auf die Bedrohung des terrestrischen Lebens, sondern auf die Faszination, die von der Luft ausgeht, gelegt hat. So wird man im Lauf der Lektüre, die Walker übrigens angenehm klar strukturiert hat, selbst zum Luft-Verehrer, schwärmt der Rezensent. Neben den naturwissenschaftlichen Hintergründen wartet die Autorin auch mit Passagen zu Guglielmo Marconi, dem Vorreiter der "drahtlosen Telekommunikation", oder zum Untergang der Titanic auf. und so wird diese so packend wie verständlich geschriebene Naturgeschichte unversehens auch zu einer Kulturgeschichte, preist Welle.
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