Herausgegeben, überarbeitet und aus dem Englischen übersetzt von Silke Helfrich. Die Wälder gerodet, die Atmosphäre belastet, die Meere leer gefischt. Güter, die allen gehören, laden zur Verschwendung ein. Sie werden zerstört und gehen der Gesellschaft immer mehr verloren. Mit Appellen an die Moral oder dem Ruf nach einem starken, ordnenden Staat lässt sich die Misere nicht lösen, und auch Privatisierung ist kein Allheilmittel gegen Ausbeutung. Was also ist zu tun? Elinor Ostrom geht dieser Entwicklung am Beispiel der Wälder und Meere auf den Grund. Sie zeigt, wie es gelingen kann, mit gemeinsam genutzten Dingen so umzugehen, dass alle Menschen ihre Bedürfnisse langfristig befriedigen können und appelliert dafür, die Menschen vor Ort an der Lösung der Probleme zu beteiligen, um Respekt, Zusammenhalt und Verantwortlichkeit zu fördern.
Die Verwaltung von Gemeingütern wie Wasser, Luft und Wald ist eines der zentralen Themen Elinor Ostroms, die vor zwei Jahren den Nobelpreis für ihr Werk erhalten hat. Vorliegender Band über den "gesellschaftlichen Wert" der Gemeingüter bietet nach Ansicht des Rezensenten Johannes Gernert eine gute Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken der Wirtschaftswissenschaftlerin. Ostroms Diskussion der Probleme der Wasserversorgung in indischen Großstädten, des Kabeljaufangs in Kanada oder auch der Rodung der Welt in Lateinamerika findet er überzeugend. Eine der auf den ersten Blick banal erscheinenden Thesen der Autorin lautet für ihn: es gibt nie die eine, einzige Lösung. In diesen Zusammenhang erläutert er auch kurz das "polyzentrische" Modell Ostroms. Besonders hebt er die tiefe Skepsis der Autorin gegenüber Regierungen und etablierten Institutionen hervor. Sein Fazit: ein instruktiver Band, der neben einen Essay auch ein Interview mit der Autorin enthält.
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