Facebook, Twitter, Instagram, Tinder und Co. - all das Klicken, Scrollen, Wischen und Liken lässt uns am Ende sinnentleert zurück. Traurigkeit ist zum Designproblem geworden, die Höhen und Tiefen der Melancholie sind längst in den Social-Media-Plattformen kodiert. Geert Lovink bietet eine kritische Analyse der aktuellen Kontroversen, die sich um Social Media, Fake News, toxische virale Meme und Online-Sucht drehen. Er zeigt: Die Suche nach einem großen Entwurf darf als gescheitert gelten - und hat zu einer entpolitisierten Internetforschung geführt, die weder radikale Kritik übt noch echte Alternativen aufzeigt.Wir sind aufgerufen, die künstliche Intimität von Social Media, Messenger-Apps und Selfies zu akzeptieren, denn Langeweile ist die erste Stufe der Überwindung des "Plattform-Nihilismus".
Rezensent Daniel Kretschmar dankt dem Medientheoretiker Geert Lovink für dieses praktikable Buch. Wege aus der digitalen Verdummung zeigt der Autor laut Rezensent auf, ohne moralisch zu werden, dafür mit Freiräumen, die dem Leser Platz zum Selberdenken bieten. Dennoch scheint Kretschmar die Lektüre zwingend isofern, als der Autor "mit Nachdruck" für Ideen (Gemeinschaften bilden!) und Theorien wirbt, die uns ermächtigen, Datenkraken und Medienmacht zu entkommen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2019
Rezensent Bernd Graff lässt sich auf den desillusionierten Blick des Medientheoretikers und Internetaktivisten Geert Lovink ein. Das Ergebnis: Graff bekommt einen Eindruck von der Ohnmacht und der Blockierung unserer "post-dekonstruktivistischen Zeit", in der die großen Versprechen des Internet uns in eine "Social-Media-Katastrophe" geführt haben. Dass der Autor eigentlich kaum Lösungsansätze verfolgt (das Soziale muss die Sozialen Medien anführen!), sondern vor allem schonungslos Befunde liefert, scheint Graff bezeichnend. Ein düsterer Abgesang auf die digitalen Illusionen, so Graff.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…