Geert Mak

Der Mord an Theo van Gogh

Geschichte einer moralischen Panik
Cover: Der Mord an Theo van Gogh
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783518124635
Kartoniert, 104 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. Am 2. November 2004 wurde der Filmemacher Theo van Gogh ermordet. Der Attentäter ist ein Marokkaner, sein Bekennerschreiben läßt den radikal-islamistischen Hintergrund der Tat erkennen. Ganz Europa ist schockiert, das "Scheitern der multi-kulturellen Träume" beherrscht die Medien. Geert Mak zeichnet in seiner Streitschrift das Bild einer verunsicherten westlichen Gesellschaft, in der die Angst zum Ratgeber wird und die humanistischen Werte unterzugehen drohen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.12.2005

Ulrike Herrmann begrüßt die deutsche Ausgabe dieses Buchs, in dem der niederländische Bestsellerautor Geert Mak analysiert, wie der Mord an am  islamkritischen Filmemacher Theo van Gogh die Niederlande verändert hat. Der Autor diagnostiziere eine "moralische Panik" als Reaktion auf den Mord. Er kritisiere die Ausgrenzung der Moslems, die er mit der Ausgrenzung der Juden in der Weimarer Republik kurz vor dem Dritten Reich vergleiche, und halte den Medien Fremdenhass und eine hemmungslose Überzeichnung der Gefahr vor. Besonders umstritten in den Niederlanden ist nach Auskunft der Rezensentin Maks Vergleich von Theo van Goghs Film "Submission" mit dem NS-Dokumentarfilm "Der ewige Jude", die beide die gleiche Propagandatechnik nutzten. Für Herrmann ist Mak jedoch der erste, der den herrschenden Diskurs in den Niederlanden durchbricht und die Debatte auf einer Metaebene selbst zum Thema macht.

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