Von Cornelia Grosser, Sándor Kurtán, Karin Liebhart und Andreas Pribersky. Ausgangspunkt des Reisejournals sind die politische Zäsur der Jahre 1989/90 und die mit dem Ende der Einparteienstaaten im Osten Europas verbundenen Bilder und Diskurse. Die Autoren haben eine duale Landeskunde besonderer Art geschrieben: Sie verbinden das Stilmittel des Feuilletons mit sozialwissenschaftlich gesicherten Informationen: und sie nutzen Klischees, um diese aufzulösen. Dieses Reisejournal parodiert die vereinfachenden Formen, denen zu Ungarn vor allem Puszta und zu Österreich in erster Linie die Berge einfallen. Doch die parodistischen Elemente führen zu einer vertieften Form des Reisejournals: Das, was man voneinander zu wissen glaubt, wird zerstört - um so Raum für das zu schaffen, was man voneinander wissen sollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2000
Dieses Buch ist mitnichten ein Reiseführer, warnt uns Friedemann Kluge, auch wenn der Untertitel so etwas vermuten lässt. Eher noch handelt es sich um einen Wegweiser durch die Klischees der Reisejournale Ungarns und Österreichs, um eine "duale Landeskunde", die sich, so wir Kluge richtig verstehen, durchaus erfolgreich bemüht die österreichisch-ungarischen Stereotypen ein wenig zu korrigieren. Wenn dabei so etwas wie eine Geschichte der Beziehungen beider Länder im 20. Jahrhundert herauskommt, wundert das den Rezensenten gar nicht - der von den AutorInnen betriebene, "fast schon manische Gebrauch des Binnen-I" dagegen sogar sehr.
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