Die beiden deutschen Staaten waren von 1949 bis 1990 so grundverschieden, daß sie jeweils nur für sich dargestellt werden konnten. Solche Einzeldarstellungen genügen jetzt nicht mehr. Es hat sich gezeigt, daß die DDR nicht nur untergegangen, sondern 1990 auch in dem restaurierten deutschen Nationalstaat aufgegangen ist. Einer "Deutschen Geschichte seit 1945" war also als eigener Strang die Geschichte der DDR einzufügen. Auf dieser Grundlage entstand Georg Fülberths Buch - der erste Versuch dieser Art.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2000
Jochen Staadt sieht in dieser aktualisierten Sicht Fülberths auf die Geschichte der DDR und der Bundesrepublik seit 1945 nicht viel mehr als eine Neuauflage schon früher geäußerter Einstellungen des Autors. Fülberth, der aus seiner Zuneigung zum SED-Staat keinen Hehl gemacht habe, bleibe auch hier seinen alten Maximen treu. Zurückhaltend kritisiert Staadt die manchmal zu unkritischen Sichtweisen Fülberths und bescheinigt dem Autor schließlich ironisch, dass er in seiner Untersuchung zum vorhersehbaren Ergebnis kommt; nämlich: "Der Sozialismus ist besser als sein Ruf - der Kapitalismus rast zwar voran, allerdings bergab".
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