Nina Grunenberg

Die Wundertäter

Netzwerke der deutschen Wirtschaft 1942-1966
Cover: Die Wundertäter
Siedler Verlag, München 2007
ISBN 9783886807659
Gebunden, 318 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Während die meisten Deutschen nach 1945 damit beschäftigt waren, die Folgen des Krieges zu bewältigen, kümmerte sich eine kleine Gruppe von einflussreichen Männern um den wirtschaftlichen Wiederaufbau und um den Fortgang ihrer eigenen Karrieren. Die Journalistin Nina Grunenberg erzählt die Geschichte dieser Wundertäter, ihren Aufstieg im Nationalsozialismus und ihre prägende Wirkung auf die Bundesrepublik. "Arbeiten, anpacken, aufbauen": dieses Wort Josef Neckermanns war die Parole jener Männer, die Westdeutschlands Wirtschaft auf den Trümmern des Dritten Reichs wieder aufrichteten. Die Wundertäter, das waren selbstbewusste, kantige Gestalten, von den Erfahrungen des Krieges geprägt, zum Erfolg entschlossen. Die Tatsache, dass sie allesamt Männer mit Vergangenheit waren, machte sie nach 1945 für den Wiederaufbau so wertvoll und anfechtbar zugleich. Es war eben nicht das erste Mal, dass sie Karriere machten. Noch im Kaiserreich zur Welt gekommen hatten sie an der Heimatfront für Hitlers Endsieg gekämpft. Nun arbeiteten sie am Wirtschaftswunder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2007

Einen skeptischen Blick wirft Werner Abelshauser auf Nina Grunenbergs Buch über die Führungselite der deutschen Wirtschaft, die sich noch im Dritten Reich unter Albert Speer formiert hatte, um nach dem Krieg die westdeutsche Wirtschaft zu leiten. Die Stilisierung jener Ingenieure und Manager als "Wundertäter" scheint ihm recht problematisch. Schon weil das für ihn ein Rückfall in eine Erzählung der Wirtschaftsgeschichte als Leistung großer Männer darstellt. Mehr noch aber, weil das Wirtschaftswunder der fünfziger Jahre nicht auf der Leistung einiger "Wirtschaftsführer" basierte, sondern auf der besonderen historischen Konstellation des Wiederaufbaus. Die von Grunenberg als "Wundertäter" gefeierten Männer waren seines Erachtens "lausige Unternehmer", die vom Wirtschaftswunder profitierten. Immerhin scheint Abelshauser der Interviewteil des Buchs "kurzweilig", auch wenn es nicht immer leicht sei, hier "die Spreu vom Weizen zu trennen".

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