Der Begriff der "Authentizität" spielt in den Debatten über "Orientalismus", "Postkolonialität" und "Hybridisierung" eine wichtige Rolle. Hier wird das auf Nietzsche sich berufende neue genealogische Denken in die aktuelle kulturübergreifende Forschung übertragen. Andererseits entdeckt die in der Aufklärung wurzelnde Hermeneutik der Authentizität in der Notwendigkeit der Anerkennung kultureller Differenz eine Einschränkung der politischen Philosophie der Freiheit. Diese Widersprüche aufzudecken und in die Analyse gesellschaftlicher Wirkungen von "Authentizität" einzubringen, ist das Anliegen dieses Bandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2000
Jörg Ulrich hat eine ausserordentlich gelehrte Rezension geschrieben, von der der Laie nur den ersten und den letzten Satz versteht. Im ersten weist Ulrich darauf hin, dass auch schmale Bücher "schwer im Kopf liegen können". Im letzten lobt er den Autor, der wie es scheint interessante Fragen stellt. Dazwischen referiert Ulrich langatmig das Buch, wobei er ausgiebig zitiert, leichthin mit Begriffen wie "autopoietisches System" jongliert oder Sätze wie diese in die Luft wirft: "Der Authentizitätsbegriff stammt aus der identitätslogischen Konstitution des Subjekts in der europäischen Aufklärung". Ziemlich autoerotisch, finden wir.
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