Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2000
Thomas Hermann handelt chronologisch und so ruhig - wie es dem bedeutenden Mann der schottischen Literatur angemessen scheint - dessen ein Jahr nach seinem Tod auf Englisch erschienene Autobiographie ab. Sie wurde übersetzt von der Brown-Expertin Esther Garke, die bei Hermann für ihre "sorgfältige Arbeit" lobende Erwähnung findet. Hermann zufolge hat sich der zurückgezogen auf den Orkney-Inseln lebende Schriftsteller an das Prinzip gehalten, nur davon zu berichten, worüber es etwas zu berichten gibt und worüber auch keine Texte über diesen Lebensabschnitt Auskunft geben. Dies gilt bei Brown vorwiegend für die frühen Jahre, in denen er erst eine Tuberkulose-Erkrankung und Alkoholismus zu überwinden hatte, bevor er richtig und erfolgreich zu schreiben begann. Diese Autobiographie liest sich, und das mag einige Brown-Fans am Anfang enttäuschen, meint Hermann, auch wie eine Hommage und Einführung in seine Heimat, die Orkneys. Sie mögen Geduld aufbringen, dann würden auch sie nicht enttäuscht werden, empfiehlt der Rezensent.
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