Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens. Der amerikanische Journalist George Packer beschreibt, wie die USA sich in den vergangenen Jahrzehnten aus der Diplomatie zurückgezogen haben, und dokumentiert den Rückgang des amerikanischen Einflusses in der Welt. Als Leitfigur dient ihm der 2010 verstorbene Spitzendiplomat Richard Holbrooke, in dessen Haltung und Persönlichkeit sein Land zum Vorschein kam: laut, tollpatschig, aber auch optimistisch, idealistisch und pragmatisch. Holbrooke wird bei Packer zu einer übergroßen, tragisch-komischen Figur, mit dem das amerikanische Jahrhundert aufblüht und schließlich zu Ende geht: Holbrooke stirbt plötzlich im Büro von Außenministerin Hillary Clinton, deren Job er fanatisch gern übernommen hätte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2023
Rezensentin Anna Schiller liest George Packers Biografie über Richard Holbrooke wie einen Roman. Das Ende (des amerikanischen Spitzendiplomaten und das der USA als Weltmacht) ist im Buch nicht so glänzend, aber da das Buch im Original schon 2019 erschienen ist, und sich die USA gerade als weiterhin bedeutsame Größe im Weltgeschehen erweisen, versteht Schiller das Buch als Chance, aus den darin aufgezeigten Fehlern (Holbrookes und der USA) zu lernen. Dass Packer scharfe außenpolitische Analyse und Immersion durch Tagebuchauszüge und eine erstaunliche Nähe zu seinem Protagonisten geschickt zu verbinden weiß, macht die Lektüre für Schiller zum Ereignis.
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