George Pistorius

Marcel Proust und Deutschland

Einen internationale Bibliografie
Cover: Marcel Proust und Deutschland
C. Winter Universitätsverlag, Heidelberg 2002
ISBN 9783825310745
Gebunden, 424 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

2., ergänzte, überarbeitete und neu gestaltete Auflage 2002. Unter der Mitwirkung von Marie Pistorius. Mit einem Vorwort von Reiner Speck. 1981 legte George Pistorius, Romanist in Williamstown/Mass. eine erste Bibliographie zu "Marcel Proust in Deutschland" vor. Mehr als zwanzig Jahre später erscheint das längst vergriffene Standardwerk - zum 80. Todestag des wohl größten französischen Schriftstellers des zwanzigsten Jahrhunderts - erneut im gleichen Verlag, nicht nur überarbeitet und ergänzt um Quellen, die seit Rilkes erstem Hinweis aus dem Jahr 1914 noch entdeckt wurden, sondern vor allem erweitert um die Fülle von Editionen, Neuübersetzungen, wissenschaftlichen Exegesen, allgemeinen Publikationen und Berichten, die sich seit zwei Jahrzehnten mit dem Autor von "A la Recherche du Temps Perdu" befassten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.06.2003

Nicht unbedingt die leichteste Rezensenten-Aufgabe: eine Bibliografie Zu besprechen. Achim Hölter, muss man sagen, erledigt sie mit Bravour - freilich kommt ihm der Gegenstand, der ein dankbarer ist, entgegen. George Pistorius, wie wir erfahren ein "US-Emeritus", hat alles, aber auch wirklich alles zusammengetragen, was, als Text, Marcel Proust mit Deutschland verbindet. Im Roman sind es Charlus und der "Duodezfürst Faffenheim-Munsterburg-Weinigen" und in der Folge Scharen von deutschen Autoren, die sich, nach einer frühen Konjunktur in den Zwanzigern nimmermüde mit dem französischen Autor beschäftigten, nicht zuletzt seit der Gründung der deutschen Proust-Gesellschaft im Jahr 1982. Rundum nützlich findet Hölter diesen Band, vor allem die kurzen Referate der Texte (die vielleicht manche Lektüre ersparen), dazu die "umfangreichen Sach-, Titel- und Personenregister". Nichts fehlt, alles da, auf "400 steilformatigen Seiten".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2003

Der Rezensent Albert Gier ist sich sicher: Angesichts der Flut von Sekundärliteratur, die Marcel Proust gewidmet ist, und in der sich der Einzelne kaum zurechtfinden kann, ist George Pistorius' Bibliografie, die in zwei Themenbereichen sowohl "Proust in Deutschland" als auch "Deutsches bei Proust" zusammenstellt, eine willkommene Orientierungshilfe. Dabei habe sie allerdings, wie alle Bibliografien, grundsätzlich mit zwei strukturellen Problemen zu kämpfen: Zum Einen könnten viele Arbeiten nicht nur einer einzelnen Rubrik zugeordnet werden und zum Anderen gebe es keine "richtige" Reihenfolge, in der diese Rubriken anzuordnen seien. In der Tat finden sich bei Pistorius einige Inkonsequenzen: Doppelnennungen, deren Motivation nicht ersichtlich sei, Abschnitte, von denen man nicht wisse, inwiefern sie sich wesentlich voneinander unterscheiden. Doch dies fällt für den Rezensenten kaum ins Gewicht, denn aus der "layrinthischen Struktur", die sich den "zalhreichen Querverweisen" und den immerhin vierzehn Registern verdankt, werde der "schmökernde" Leser zu einer bereichernden "Entdeckungsreise" verführt. Um dieses "Hilfsmittel", so Gier, können alle anderen, "auch die Franzosen", die deutschen Proust-Leser nur "beneiden". Umso mehr, als die vorliegende Bibliografie laut Herausgeber immer wieder aktualisiert werden soll.

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