Aus dem Französischen übertragen und mit einem Nachwort herausgegeben von Hanno Helbling. Mademoiselle Albertine est partie!, Mademoiselle Albertine ist fort! - Die Suche nach der Geliebten wird für Marcel, Erzähler und Hauptfigur des Romans, zum Protokoll seines Seelenlebens. Marcels Liebesgeschichte hat Proust in "Sodom und Gomorrha", in "Die Gefangene" und in "Die Geflohene", Teilen seines Werks "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", ausführlich erzählt. Seinen Plan, eine gestreckte Fassung des Albertine-Romans herauszugeben, hat er nicht verwirklichen können. Die deutsche Erstausgabe dreier vom Autor selbst überarbeiteter Texte entspricht aber diesem Vorhaben, und das so entstandene Romanfragment ist geeignet, deutschsprachige Leserinnen und Leser an das berühmte Werk Marcel Prousts heranzuführen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2002
Rezensent Friedmar Apel ist angetan von Hanno Helblings Proust-Übersetzung und Edition. Helbling fasse die drei Stücke "Eifersucht", "Nutzlose Vorsorge" und "Die Flucht" zu einem "Roman aus der Suche nach der verlorenen Zeit" zusammen, unternehme dabei aber "redlicherweise" "in seinem so subtilen wie zerstreuten Nachwort nicht den Versuch, eine Einheit der drei Texte aufzuweisen". Helblings Zurückhaltung lobt Apel auch bei der Übersetzung. Dass Helbling so nah am Original bleibe, dass Satzrhythmus und -struktur erhalten bleibe und dabei dennoch "stilistische Eleganz" erreiche, sei die "große Leistung" Helblings, die ihm einen bedeutenden Platz in der Reihe der Proust-Vermittler sichere. Helblings Übersetzung sei nicht nur zur Heranführung an Prousts Werk geeignet, die Lesenden können daran auch lernen, sich für ein Buch, dessen Lektüre nie abgeschlossen sein könne, Zeit zu nehmen und es wieder aus der Hand zu legen, hebt Apel positiv hervor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2001
Für den von Proust selbst entworfenen "Extrakt" der Recherche ist Rezensent Albert Gier wirklich dankbar. Gleich, ob der sich nun als Einstieg in die Proust-Lektüre eignet oder eher nicht (wie der Rezensent allerdings behauptet). Was Gier nun an dieser Neuausgabe vor allem schätzt, ist - die Übersetzung. Denn "im Grunde ist Proust unübersetzbar." Umso erstaunlicher, wenn sich die Übertragung sogar "sehr angenehm" liest und der Rezensent dem Übersetzer sichtlich zufrieden die Fähigkeit attestiert, "im Deutschen unübliche Konstruktionen durch ein idiomatisches Äquivalent zu ersetzen". Das, gibt uns Gier zu verstehen, hat die Ausgabe ihren Vorgängern voraus, wenn es ihm auch ein besonderes Vergnügen war, die verschiedenen Versionen "nacheinander oder nebeneinander" zu lesen.
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