Aus dem Französischen von Raymond Regh. Guy, der elegante, sportliche Sohn eines Generals, hat Betty aus Liebe geheiratet. Aber kennen will er seine Frau nicht; er will nicht wissen, was sie nachmittags treibt, er wartet nur auf einen Stammhalter. "Betty" ist die Geschichte einer Verwahrlosung, einer mörderischen Rache an einer Gesellschaft, die das Reden verlernt hat.
"Weniger ein Roman" als vielmehr "die Skizze eines Gemütszustandes und eines moralischen Problems" ist für Franz Schuh der Roman "Betty" von Georges Simenon, der im Rahmen einer neuen Diogenes-Werkausgabe wieder erschienen ist. Die Französin Betty geht ihre Konflikte äußerst unkonventionell, um nicht zu sagen amoralisch an, und verursacht damit selbst ihren stetigen gesellschaftlichen und gesundheitlichen Abstieg. Am Ende lässt Simenon, der sich der Traditionslinie Gustave Flauberts verpflichtet fühlte, seine Heldin - physisch und psychisch krank - sterben. Den Gedanken des Sozialdarwinismus hegt Franz Schuh nach der Lektüre und stellt die Frage in den Raum, ob die Geschichte von Betty "den Sozialdarwinismus beschreibt oder ob sie ihm selber verfallen ist". Die Protagonistin verkörpere ein außerordentlich "kompliziertes" Motiv, das aber durchaus auch typisch ist für den 1989 verstorbenen Autor Simenon, den der Rezensent ohne Zögern zu den bedeutenden Kritikern der bürgerlichen Gesellschaft und den ganz großen Schriftstellern zählt.
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