Georg August Zinn (1901-1976) war der bedeutendste sozialdemokratische Ministerpräsident der 1950er- und 1960er-Jahre. In dieser Zeit gab er der Entwicklung Hessens entscheidende Impulse. Sein Ziel war es, eine neue demokratische Wirtschaftsordnung jenseits von Kapitalismus und Planwirtschaft zu schaffen. Hessen entwickelte sich in seiner Amtszeit zu einem wirtschaftlich starken und innovativen Land und zum Vorreiter sozialdemokratischer Politik. Als Justizminister (1945-1951) war Georg August Zinn maßgeblich an der Entstehung der Hessischen Verfassung beteiligt. Als Ministerpräsident (1951-1969) führte er das Land Hessen an die Spitze des politischen Fortschritts. Das als "sozialdemokratisches Musterland" bezeichnete Hessen wurde zum Pionier einer planmäßigen Landesentwicklung, welche die Potenziale des Rhein-Main-Gebiets und der ländlichen Regionen optimal entwickelte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2022
Rezensent Joachim Scholtyseck freut sich über die postume Veröffentlichung von Gerhard Beiers Mammutbiografie über den hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn. Dass der Leser auf den vom Autor projektierten Chronik-Band verzichten muss, bedauert der Rezensent allerdings. So wird die Lektüre der essayistisch verfassten 163 Einzelkapitel über Zinns Wirken für den Rezensenten zur mühsamen Sammelarbeit von Detailinformationen, die er selber chronologisch ordnen muss. Was Beier über die Popularität des Sozialdemokraten schreibt, über sein politisches Denken und seine Rolle bei der Erarbeitung der hessischen Landesverfassung, scheint Scholtyseck aber in jedem Fall lesenswert.
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