Die israelischen Geheimdienste zählen zu den besten der Welt. Und doch gelang es der Hamas, Israel am 7. Oktober 2023 mit ihrem tödlichen Terror vollkommen zu überraschen. Aber kam der brutale Angriff tatsächlich aus dem Nichts? Das kann kaum jemand besser beantworten als Gerhard Conrad. Der promovierte Islamwissenschaftler war viele Jahre Nachrichtendienstler in der Region, kennt Hamas und Hizballah aus Verhandlungen im Auftrag der UN und persönlichen Gesprächen. Conrad beschreibt, wer was gewusst haben muss und wie Geheimdienste arbeiten müssen, um der politischen Führung das nötige Wissen und belastbare Entscheidungshilfen zu vermitteln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.12.2024
Der frühere BND-Mitarbeiter Gerhard Conrad fordert in diesem Buch laut Rezensent Florian Keisinger, dass europäische Staaten vermehrt wieder eigenständige Geheimdienstarbeit leisten sollen. Konkret geht es allerdings, erfahren wir, um das Versagen des israelischen Geheimdienstes im Vorfeld des Massakers der Hamas am 7. Oktober 2023. Hinweise auf die Pläne der Hamas gab es genug, stellt Conrad laut Keisinger klar, das Problem war nicht ein Mangel an Informationen, vielmehr wurden aus vorhandenen Erkenntnissen nicht die richtigen Schlüsse gezogen, außerdem wurde die Hamas unterschätzt. Conrads Buch selbst ist leider nicht immer allzu stringent und weicht oft zu ganz anderen Themen wie der Klimapolitik ab, ärgert sich Keisinger, der dennoch davon angetan ist, wie Außenpolitik hier aus Sicht der Nachrichtendienste dargestellt wird - mit Blick auf künftige Herausforderungen, die ohne vermehrte Geheimdienstarbeit nicht zu bewältigen sein werden.
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