Der 7. Oktober 2023 - ein Schreckenstag, dessen Ausmaß noch immer nicht abzusehen ist. Marko Martin beschreibt, was im Jahr danach geschah. Auf der einen Seite die sich polarisierende Öffentlichkeit, die Relativerungen und Rechtfertigungen. Auf der anderen die Jüdinnen und Juden in Deutschland und Israel, in deren täglichen Leben nichts ist wie zuvor. Die furchtbaren Bilder, der Verlust von Freunden und Verwandten, die Angst auf der Straße hier in Deutschland, und immer wieder Frage: Was können wir tun - achshav? Jetzt? Ein Buch der Zwischenräume und Zwischentöne, das dem Hass die Geschichten der einzelnen Menschen entgegensetzt. Ein Plädoyer für Tikkun Olam, die Reparatur der Welt.
"Erschütternd" findet Kritiker Klaus Bittermann dieses Buch von Marko Martin, der den Spuren des 7. Oktober nachgeht und sich dafür mit Israelis, Juden aus Berlin und Angehörigen der Opfer trifft. Er interviewt nicht, sondern lässt einfach erzählen, so Bittermann. Der Rezensent kann gut nachvollziehen, dass Martin angesichts des Antisemitismus und der Gleichgültigkeit, die beispielsweise der Berliner Adi nach den Hamas-Massakern entgegenschlägt, in Wut verfällt. Fragen angesichts der "Empathielosigkeit der Deutschen" spielen ebenso eine Rolle wie Möglichkeiten, dieses Trauma zu bewältigen. Ein eindrucksvolles Dokument, resümiert der Rezensent.
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