Kriege, Konflikte, Terrorismus, Cyberangriffe, zunehmende Bedrohungen - die Welt wird immer unsicherer. Doch eine Debatte darüber, was das für unsere Sicherheitsbehörden bedeutet, hat bis heute nicht stattgefunden. Gerhard Schindler, von 2011 bis 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), fordert eine breite öffentliche Diskussion darüber, was die Sicherheitsdienste dürfen sollen. In seiner aktiven Zeit hat erlebt, wie durch unzählige Verwaltungsvorschriften aus dem Geheimdienst eine Verwaltungsbehörde gemacht wurde, statt die Kompetenzen und Aufgaben des Dienstes den Herausforderungen der Zeit anzupassen. Denn bürokratische Vorgaben sind eine verzagte und die falsche Antwort der Politik auf die drängende Frage: Wie viel Freiheit und wie viel Sicherheit wollen wir?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2021
Rezensent Helmut Müller-Enbergs hätte sich vom Ex-BND-Präsidenten Gerhard Schindler mehr Weitblick über deutsche Grenzen hinaus gewünscht. Die Sicherheitsarchitektur der USA etwa hätte laut Rezensent weitere Anregungen für strukturelle Veränderungen im BND geben können, wie sie dem Autor vorschweben. Dass sich der Autor einerseits vor seinen "Dienst" stellt, andererseits aber Reformen fordert, etwa beim Terrorabwehrzentrum oder bei der föderativen Ausrichtung, erscheint Müller-Enberg reizvoll, weil das Buch auf die Art den Charakter einer Streitschrift bekommt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020
Hier plaudert einer aus dem Nähkästchen, nämlich Rezensent Hans Leyendecker, weil es Schindler nicht durfte, sein Erinnerungsbuch aus der Zeit als Chef des BND hat das Kanzleramt einkassiert. Deshalb habe er nun ein Buch vorgelegt, das mehr mit Analyse und politischen Forderungen zur Reform zu tun habe - und die meisten davon scheint der Kritiker gutzuheißen. Überhaupt warnt er davor, das "Schneidige" in Schindlers Lebensweg für sein einziges Charakteristikum zu halten, beispielsweise sei er immer auch ein Anhänger transparenter Prozesse gewesen. Der Schluss lässt einen dann allerdings ein wenig stocken: Hat die Corona-Krise wirklich gezeigt, dass wir alle gerne Freiheitseinschränkungen hinnehmen? Schindler fordert zur Diskussion darüber auf - und mit ihm Leyendecker.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…