Verena Diersch, Thomas Jäger, Stephan Liedtke

Was Europa wissen darf

Die Geheimdienste der USA und die europäische Politik
Cover: Was Europa wissen darf
Orell Füssli Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783280057247
Gebunden, 256 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Von Thomas Jäger, Verena Diersch und Stephan Liedtke. Information ist der Rohstoff unseres Jahrtausends. Wissen ist Grundlage für Macht und Einfluss. Das gilt für die Konkurrenz unter Unternehmen, aber viel mehr noch für Staaten, die nicht nur generell untereinander im Wettbewerb stehen, sondern schon allein zur Wahrung ihrer Sicherheit darauf achten müssen, einen Wissensvorsprung vor anderen zu erreichen. Doch die Europäer schrecken vor gemeinsamen nachrichtendienstlichen Aktivitäten zurück. Auf dem Gebiet der europäischen Geheimdienste gibt es zwar Koordination, aber keine Integration. Das zwingt EU-Staaten wie Deutschland zur Kooperation mit den US-amerikanischen Diensten. Doch diese sind ein ebenso eigenwilliger wie eigennütziger Partner. Was aber bedeutet die enge Anlehnung der Europäer an die US-amerikanischen Geheimdienste für das Verhältnis zwischen den USA und der EU? Wie funktionieren die US-Geheimdienste überhaupt, worin besteht ihr Auftrag? Welche Interessen verfolgen sie und wie können sie durch die Weitergabe von Informationen Einfluss auf die europäischen Verbündeten nehmen?"

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2020

Helmut Müller-Enbergs gibt zu Bedenken, dass die Politikwissenschaftler Thomas Jäger, Verena Diersch und Stephan Liedtke für ihr Buch über die Abhängigkeiten europäischer Geheimdienste von ihren amerikanischen Kollegen ausschließlich online verfügbare Quellen herangezogen haben. Zum Kern der Arbeit der Geheimen wird man so nicht vordringen können, ahnt der Rezensent. Wieso durchaus informative Print-Publikationen nicht ausgewertet wurden, kann er nicht verstehen. So scheint ihm der Band zwar lesenswert, insofern er die Kooperationen und Abhängigkeiten der Dienste darlegt, brennende Fragen nach den Interessen und  Einflussmöglichkeiten der amerikanischen Geheimdienste auf die europäischen Behörden können die Autoren dem Rezensenten aber nicht beantworten.
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