Erstmals in deutscher Sprache liegt hiermit eine umfassende Darstellung globaler Entwicklungen von der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart vor. Mit Blick auf die zentrale Bedeutung globaler Zusammenhänge gelingt die Abbildung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Bewegungen der letzten siebzig Jahre. Dabei bezieht der Autor nicht nur Ergebnisse der in- und ausländischen zeitgeschichtlichen Forschung ein, sondern beleuchtet auch mögliche Konsequenzen daraus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2004
"Eher ratlos" zeigt sich Herfried Münkler nach der Lektüre von Gerhard Schulz' "Geschichte im Zeitalter der Globalisierung". Ob das primär an der Darstellung des Historikers liegt oder vielleicht an der Geschichte selbst, vermag Münkler allerdings nicht zu sagen. Einleitend konstatiert er einen weitgehend Bedeutungsverlust der Geschichtswissenschaft in Punkto Orientierungsfunktion für die Politik. Zwar mag er das nicht ohne weiteres der Geschichtswissenschaft ankreiden. Aber wem dann? Die Entwicklung, die Schulz nachzeichne, reiche von der europäischen Hegemonie über die Zweiteilung der Welt durch die Flügelmächte der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu einem Zerfasern der Geschichte in den beiden letzten Jahrzehnten, berichtet Münkler. Dabei erweise sich Schulz zunehmend als Skeptiker: in der Globalisierung sehe er kein anzustrebendes Ziel und schon gar nicht den Eintritt in eine Utopie. Eher zerstöre sie, was in der Vergangenheit ein Halt der politischen Ordnung und Stabilität gewesen sei, nämlich den Staat und die durch ihn gewährleisteten Formen der Gemeinschaft. Für Münkler spricht vieles dafür, dass diese Skepsis "mehr als berechtigt ist". Allerdings findet er es dann auch nicht besonders verwunderlich, dass die Deutungsmacht der Geschichtsschreibung geschrumpft ist, wenn sie als Orientierung für die Politik nur noch Skepsis zu bieten hat.
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