Michael Walzer

Das Paradox der Befreiung

Säkulare Revolutionen und religiöse Konterrevolutionen
Cover: Das Paradox der Befreiung
Karl Alber Verlag, Freiburg i.Br. 2018
ISBN 9783495490013
Kartoniert, 128 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Veit Friemert. Viele der nationalen Befreiungsbewegungen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgten ursprünglich demokratische und säkulare Ideale. Nachdem die koloniale Herrschaft abgeschüttelt war, kam es in den neu entstandenen Nationen jedoch zu einem starken Wiederaufleben von religiösen Strömungen. In seinem neuen Buch untersucht Michael Walzer diese Entwicklung anhand von Indien, Israel und Algerien. Auch wenn Hindu-Nationalismus, Islamismus, ultra-orthodoxes Judentum und messianischer Zionismus stark unterschiedliche Gruppen bilden, verbindet sie, dass sie jeweils die säkularen Gründungsprinzipien und -institutionen der genannten Staaten attackieren. Walzer geht in seinem Buch der Frage nach, warum die säkularen demokratischen Bewegungen nicht in der Lage gewesen sind, ihre politische Kultur und Haltung über ein oder zwei Generationen hinaus weiterzugeben. "Das Paradox der Befreiung" liefert einen wichtigen Beitrag zu der drängenden zeitgenössischen Frage nach der Integrationskraft und gesamtgesellschaftlichen Attraktivität von demokratischen und säkularen Prinzipien und Idealen. In einem Vorwort zu der deutschen Ausgabe spitzt Walzer die Fragestellung zu und diskutiert sie anhand von aktuellen Konflikten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2019

Alexander Gallus anerkennt Michael Walzers Versuch, mit Edmund Burke die revolutionären Bestrebungen der demokratischen Linken vor religiösem Fundamentalismus in Schutz zu nehmen. Wenn der Autor so verschiedene Ereignisse wie die israelische Staatsgründung und den algerischen Antikolonialismus als Belegfälle heranzieht, hat Gallus allerdings seine Zweifel, ob die Beispiele in der Kombination aussagekräftig sind. Bei der Fachkenntnis über die einzelnen Region sowie bei der Begriffsbildung und der Analyse lässt der Autor laut Gallus Wünsche offen. Den Ton der Vermutung, den Walzer in seinem Essay mitunter anschlägt, und seine Forderung nach schrittweisen Veränderungen, Kompromissen und Mittelwegen bei den Aufklärungsverfechtern findet er dementsprechend angemessen.
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