Wer über Religionen reden will - und über den Islam reden augenblicklich alle -, sollte sie kennen: die eigene und die fremden. Wer Religionen kennenlernen möchte, kommt um ihre Geschichte nicht herum. Staguhns Buch ist dafür die ideale Lektüre. Faszinierend schildert er die Ursprünge der großen Religionen, ihr Verhältnis zueinander und die verschiedenen Formen von Religiosität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Jede Menge Vor- und Fehlurteile sieht Alexander Kissler in Gerhard Staguhns Darstellung der großen Religionen. Immerhin hält er dem Autor zugute, dass er Religion als menschliches Grundbedürfnis anerkenne. Und immerhin sei der Autor belesen, kenne alle hinduistischen Götter beim Namen und wisse Schopenhauer und Nietzsche zu zitieren. Doch was und wem nützt dieses Wissen, wenn es schablonenhaft zusammengefügt wird?, fragt der Rezensent Munter reiht Staguhn ein Klischee ans andere, kritisiert er. Juden sind fromm und Muslime tiefgläubig, Chinesen praktisch veranlagt, und nur die Christenheit kommt schlecht weg, wundert sich Kissler schon nicht mehr. Soviel Unfug passt kaum zwischen zwei Buchdeckel, schimpft er erzürnt und gibt Staguhns Darstellung des Jesus wieder: von der katholischen Kirche vereinnahmt, die sich niederträchtigerweise die Erbsünde ausgedacht und Maria zur echten Göttin stilisiert habe. Für Zyniker unter den Desinteressierten mag das ein gefundenes Fressen sein, vermutet Kissler.
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