Gernot Gruber erzählt die Geschichte der Musik von ihren Anfängen in vorgeschichtlicher Zeit bis in die jüngste Gegenwart mit ihrer globalisierten E- und U-Musikszene. Und er schildert, mal im Detail und mal in großen Zügen, wie eng Musik mit Religion und Kultus, mit Macht und Politik, mit Alltag und Lebensbewältigung verbunden war. - Damit bietet diese Kulturgeschichte etwas anderes als die bekannten Musikgeschichten: Sie geht von den Kontexten aus, die als Ideengeschichte, Sozial- und politische Geschichte die Musik tragen. Und sie schildert anschaulich die Spannung zwischen dem allgemeinen Leben und dem Eigenleben der Musik als Kunst. Den roten Faden bildet dabei die Frage nach dem Europäischen in der Musik, nach dem Verhältnis zwischen Pluralität und Identität und wohin diese Geschichte in unserer Gegenwart führt: Löst sich die aktuelle "europäische Identität" auf - oder gibt nicht gerade der innovative Umgang mit dem global verbreiteten Kanon europäischer Musik die Chance auf einen Halt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2021
Schon lange wurde keine übergreifende Musikgeschichte mehr veröffentlicht, umso erstaunlicher, dass der Musikwissenschaftler Gernot Gruber nun diese umfangreiche Kulturgeschichte der Europäischen Musik vorlegt, meint Rezensent Laurenz Lütteken. Allerdings, so räumt Gruber laut Lütteken in der Einleitung gleich ein, handele es sich um seine persönliche Musikgeschichte. Das stört den Kritiker allerdings keineswegs, besteche Grubers chronologisch angelegte "Darstellung und Deutung" doch gerade dadurch, dass der Autor auf "traditionelle Nomenklaturen" verzichte und immer wieder zu Widerspruch einlade. Dass Gruber sich auf die europäische Perspektive begrenzt, hält der Rezensent zwar für problematisch, das Buch empfiehlt er dennoch mit Nachdruck.
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