Gert Postel

Doktorspiele

Geständnisse eines Hochstaplers
Cover: Doktorspiele
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783821839172
Gebunden, 191 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Gert Postel ist Briefträger von Beruf - berühmt geworden ist er allerdings als geschätzter Oberarzt für Klinische Psychiatrie. Er verhandelte mit den Ministerialen im Dresdner Sozialministerium erfolgreich um Leitungspositionen, schrieb psychiatrische Gutachten für sächsische Schwurgerichte, genoss eine Privataudienz beim Papst, diskutierte unter vier Augen mit seinem Minister - bis eine kleine Unregelmäßigkeit seiner schillernden Karriere ein jähes Ende setzte. Mit anderen Worten: Dr. Gert Postel ist ein notorischer Hochstapler. Seine autobiografischen Geständnisse sind nicht nur die amüsanten Memoiren eines geläuterten Schwindlers, sondern auch eine doppelbödige Hommage an seine enttäuschte Umgebung: an Anwälte, Politiker, Mediziner, Psychotherapeuten, Richter, Sachverständige, Freundinnen, kurz: an alle, die die unglaubliche Karriere des Dr. Gert Postel erst möglich gemacht haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2002

Ganz wunderbar und ungemein vergnüglich findet Burkhard Müller dieses Buch. Erstaunt reibt er sich noch die Augen, dass die Figur des Hochstaplers, das "Leitfossil ausgeprägter Klassengesellschaften", hier Urständ feiert, da ist er auch schon überwältigt von Vergnügen, von Schadenfreude genauer gesagt, denn groß, so lässt uns der Rezensent wissen, ist dieses Buch weniger im Literarischen als im Stilistischen, und das kommt in der Form des Erlebnisaufsatzes daher: "Wie das Kabinett des Freistaats mich beförderte ..." oder - und das ist das Herz des Ganzen - wie sich der Autor (ein gelernter Postbote) die Stelle eines Oberarztes der Psychiatrie erschwindelt. Bleibt für Müller zu bemängeln, dass hier und da ("in gewissen einzelnen Floskeln" etwa) Postels Eitelkeit durchschimmert "und damit eine Unsicherheit, die den großen Sozialmanipulator zum Bedürftigen verkleinert".

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