In einer leidenschaftlichen Streitschrift wenden Gesine Schwan und Malisa Zobel sich gegen das Versagen Europas: Die praktizierte Flüchtlingspolitik ist eine Schande. Europa schottet sich ab. An seinen Grenzen stranden Flüchtende, wenige gelangen hinein, viele sterben auf dem Weg. Doch die Staaten schauen weg und weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Angst vor Fremdenfeindlichkeit oder populistische Politik sind oft die Motive. Für einen Kontinent, der einst für Aufklärung und Menschrechte stand, ist das ein beschämender Zustand. Doch das muss nicht so sein. Es geht auch anders!
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.09.2021
Rezensentin Friederike Bauer findet den migrationspolitischen Vorschlag, den Gesine Schwan in ihrem neuen Buch erbringt, reizvoll. Die SPD-Politikerin kritisiert in "Europa versagt" nicht nur den Umgang mit Flüchtlingen, sondern stellt ein Konzept für eine menschlichere Migrationspolitik vor, das dem Parship-Prinzip ähnelt, wodurch sowohl Kommunen, die sich bereit erklären Flüchtlinge aufzunehmen, als auch die Geflohenen letzten Endes profitieren könnten, erklärt Bauer. Schwan geht auch unangenehmeren Fragen in dieser Schrift nicht aus dem Weg und liefert der Rezensentin zufolge präzise und nachvollziehbare Lösungsansätze. An manchen Stellen missfällt ihr zwar der moralisierende Ton der Politikerin, dennoch findet Bauer das vorgestellte Modell zukunftsgewandt, da kann sie auch über Schwans Anprangern, Mahnen und Predigen hinwegsehen.
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