Ich bin Giorgia
Meine Wurzeln, meine Vorstellungen

Europa Verlag, München 2025
ISBN
9783958906549
Gebunden, 384 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Bernd Röben. In diesem Buch spricht Giorgia Meloni zum ersten Mal umfassend über sich. Über ihre Wurzeln, ihre Kindheit und über ihre Beziehung zur Mama Anna, die Schwester Arianna, die Großeltern Maria und Gianni und über den Schmerz darüber, dass sie keinen Vater hatte; über die unbändige Leidenschaft für die Politik, die sie aus "ihrem" römischen Stadtviertel Garbatella zuerst als Ministerin in die Regierung des Landes und dann an die Spitze von Fratelli d'Italia und der europäischen Konservativen geführt hat; über die Freude, Mutter der kleinen Ginevra zu sein, und über die Liebesgeschichte mit Andrea; über ihre Träume und über die Zukunft, die sie sich für Italien und für Europa wünscht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2025
Interessant ist die nun auch auf Deutsch vorliegende Autobiografie Giorgia Melonis schon, findet Rezensent Marc Beise, man muss allerdings bedenken, dass es sich um ein Buch von 2021 handelt, also aus einer Zeit, als die Politikerin es noch nicht an die Spitze der italienischen Politik geschafft hatte. Aktualisiert wurde die Schrift für die Übersetzung nicht, stellt Beise klar, zum Glück ist auch das Vorwort von Donald Trump junior, das die englische Ausgabe ziert, nicht mit abgedruckt. Was es stattdessen zu lesen gibt, ist, fasst Beise zusammen, eine persönlich getönte Schrift, die sich um die klassischen Themen der Rechten dreht wie Heimat und Familie, Meloni bekennt sich zum Christentum und wettert gegen die Linken, die Italien ihrer Meinung nach viel zu lange dominiert haben. Auch familiäre Probleme der Autorin kommen zur Sprache, fährt die Zusammenfassung fort. All das interessiert Beise durchaus, gleichzeitig stellt er klar, dass die Meloni von 2021 eben doch nicht die von 2025 ist, insbesondere die Orientierung hin zur politischen Mitte, die Melonis Amtszeit als Präsidentin vor allem in der Außenpolitik prägt, wird hier nicht abgebildet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 05.07.2025
Man kann aus diesem Buch einiges lernen über die Erfolge Giorgia Melonis und anderer Rechtspopulisten, glaubt Rezensentin Karen Krüger, deren Besprechung sich unter anderem am Vorwort Donald Trump Jrs abarbeitet, das in der deutschen Ausgabe nicht enthalten ist. Was den Hauptteil des Buches angeht, so schreibt Meloni darin laut Krüger über ihre Kindheit in einfachen Verhältnissen in Rom und inszeniert sich vor allem immer wieder als Mutter, die ihre Familie und damit ihr Land vor Fremden und schlechten Einflüssen beschützt. Auf diese Weise vermittelt sie eine reaktionäre Ideologie, findet Krüger, die in Melonis eigener Identität gründet - Italien wiederum ist eben deshalb im Niedergang begriffen, weil es seine eigene Identität aufgibt. Mit literarischen Wertungen hält sich die politisch von Meloni eher nicht überzeugte Rezensentin zurück - in jedem Fall scheint man von diesem Buch einiges über die Strategien der Rechten der Gegenwart lernen zu können.