Aus dem Italienischen von Andreas Hiepko. Was ist das Geheimnis der Literatur? Mit "Die Erzählung und das Feuer" legt der italienische Philosoph Giorgio Agamben eine Sammlung seiner neuesten Essays vor. Was steht in der Literatur auf dem Spiel? Was hat es mit dem "Feuer" auf sich, das die "Erzählung" verloren hat und um jeden Preis wiederzufinden versucht? Was widersteht bei jedem Schöpfungsakt der Schöpfung hartnäckig und verleiht so dem Werk Intensität und Anmut? Und warum ist das Gleichnis das heimliche Muster jeden Erzählens? Wie in "Nacktheiten" kommen in den zehn Essays die dringlichsten Themen der gegenwärtigen Forschung Giorgio Agambens zur Sprache. Und wie in allen seinen Texten geht es auch hier um die unnachgiebige Befragung des "Geheimnisses" der Literatur, die auch vor deren materiellen Aspekten (wie die Ablösung des Buchs durch den Bildschirm) nicht haltmacht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2017
Rezensentin Hannelore Schlaffer genießt die Lektüre der Aufsätze und Diskussionsbeiträge des Kulturphilosophen Giorgio Agamben als intellektuellen Taumel. Agamben hält sie für einen Schelm, da er zwar geistreich und kühn denkt und schreibt, aber nichts von dem, was er etwa über das Buch oder den Schöpfungsakt schreibt, beweisbar ist. Agambens tollkühnen Assoziationen und überspitzten Schlussfolgerungen, die der Autor laut Schlaffer mit Verfahren der jüdisch-christlichen Theologie und der Alchimie erlangt, weniger mit Hermeneutik, machen ihr jedenfalls tüchtig Spaß. Aber sie sind ihr auch immer etwas suspekt.
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