Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Mit 635 Abbildungen, teils farbig, im Text. Maler, Erfinder, Anatom, Musiker und Philosoph: Leonardo da Vinci gilt als einer der vielseitigsten und genialsten der großen Künstler - und als der geheimnisvollste. Obwohl er für sein Werk seit Jahrhunderten gefeiert wird, bleibt seine Person an sich schwer fassbar, verbleibt ein Großteil seiner Lebensgeschichte im Verborgenen. Historisch genau und zugleich spannend erzählt das Buch die Geschichte von Leonardos Leben, seiner Kindheit als Waise, den Lehrjahren in Florenz, seiner Anstellung bei den großen Fürsten seiner Zeit wie den Medicis oder Borgias und von seinem Lebensabend im Schloss Clos Luce bei Amboise im Dienste Franz I. von Frankreich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.04.2007
Nach einem verheißungsvollen Anfang sieht sich Volker Breidecker von Charles Nicholls Leonardo da Vinci-Biografie enttäuscht. Während der Autor, als Reisebuchschriftsteller und Filmemacher hervorgetreten, zunächst in einer sehr interessanten "Mikroperspektive" die Kindheit Da Vincis ausleuchtet und allerlei Motiven, die sich in dessen Umgebung und seinen Aufzeichnungen wiederfinden, nachspürt, verlegt er sich im Folgenden vornehmlich aufs Ahnen und Raunen, beschwert sich der Rezensent. So mag Breidecker Nicholls auch nicht folgen, wenn er in jeder männlichen Gestalt ein Selbstporträt, in jeder Hügelspitze eine Brustwarze zu entdecken vermeint. Neben allerlei Klischees und fantasievollen Überlegungen zu Leben und Werk des Renaissance-Künstlers, haben sich auch einige Fehler eingeschlichen, kritisiert der Rezensent, und so zeigt sich ihm an dieser Biografie vor allem ein Mangel an profundem Wissen über die Epoche. Wenn dieses Buch überhaupt etwas entschlüsselt, dann sind es wohl am ehesten die "Geheimnisse" ihres Autors, das Bild von Da Vinci selbst vermag es nicht zu vertiefen, so Breidecker unzufrieden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2007
Der Leonardo-Welle gibt das Buch zwar weiteren Schwung, Christine Tauber allerdings findet es weitgehend ärgerlich. Dabei hat sich die Rezensentin zunächst durchaus mitreißen lassen von Charles Nicholls "evokatorischen Fähigkeiten", die den Leser sogar Hühnergackern vernehmen lassen. Doch schon der historische Rahmen gerät dem Autor "bisweilen weitschweifig" und die Ungeduld der Rezensentin steigt. Kurz besänftigt sie Nicholls "richtige Frage" nach Leonardos frühen Kunsterlebnissen, dann ist kein Halten mehr und das Konzept des Buches gibt sich Tauber zu erkennen als "Masche, aus Nichts Geschichte zu machen". Vor ihren Augen versinkt der sich zu allem Überfluss in Laienpsychologie über die Kindheit des Künstlers übende Autor im "spekulativen Treibsand".
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