Aus dem Italienischen von Victoria Lorini. Giorgio Vasari wurde eher beiläufig zum Verfasser der Lebensläufe berühmter Künstler: Er begann bereits als sehr junger Mann mit Zeichnungen bedeutender Werke für die eigene Arbeit als Maler und sammelte später auf vielen Reisen durch Italien weitere Daten und Skizzen. Selbstbewusst zählte er sein eigenes Leben und Wirken dazu. Bei der Niederschrift war er 55 Jahre alt und ein ebenso berühmter wie gesuchter Artist. Seine Autobiografie ist freilich ein Glücksfall für den Leser, denn so lernt er nicht nur einen ewig unruhigen, ökonomisch erstaunlich offenen und rasch arbeitenden Künstler kennen, sondern er erfährt auch viel über dessen Zeit: über die Architektur (Vasari baute die Uffizien samt ihrem berühmten Korridor), über das höfische Leben (Vasari war befreundet mit Cosimo de' Medici), über Pfründe und Sammler, über Kollegen und Mäzene, also über den gesamten Kunstmarkt der Renaissance.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.08.2005
Lobende Worte findet Andreas Tönnesmann für diese Ausgabe von Giorgio Vasaris "Mein Leben", der literarischen Selbstauslegung des Renaissancekünstlers, die im Rahmen der neuen deutschen Vasari-Edition als "schön illustriertes Taschenbuch" erschienen ist. Die Übersetzung von Claudia Lorini preist er als "leserfreundlich", den Anhang von Sabine Feser als "höchst informativ". Für den Inhalt, Vasaris Ausführungen über das eigene Leben und Schaffen, hat er allerdings erstaunlich wenig Sympathie übrig. Im Vergleich zur abenteuerlichen und unterhaltsamen Autobiografie Benvenuto Cellinis etwa hält er die von Vasari gar für enttäuschend. Über weite Strecken meine man einen Karriereleitfaden vor sich zu haben, so Tönnesmann, dessen Titel auch "Wie bringe ich es zum Hofkünstler?" lauten könnte. Als wertvollstes Kapital des Malers, Architekten und Kunstintendanten sieht er dessen Bereitschaft zur sozialen Anpassung. In seiner Autobiografie schrecke Vasari vor Tatsachenverfälschungen nicht zurück, um nachträglich das Künstlerideal triumphieren zu lassen, und Selbstkritik erscheine zumeist nur als literarischer Gestus, als indirektes Eigenlob.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.07.2005
Eine "triumphale Wiederkehr" Giorgio Vasaris erblickt Rezensentin Elke Buhr in der Neuedition der Werke des italienischen Baumeisters, Malers und Schriftstellers (1511-1574). Ihr Dank gebührt dem Wagenbach Verlag und vor allem dem Herausgeber-Team um den Kunsthistoriker Alessandro Nova. Sie lobt die Neuübersetzung der Werke Vasaris, dessen Lebensbeschreibungen italienischer Künstler, berühmter Maler, Bildhauer, Architekten, zu den wichtigsten Quellen der Kunstgeschichte zählen, als "nah am original und doch gut lesbar". Zudem seien sie "ausführlich kommentiert". Das gilt auch für den jüngsten, nun vorliegenden Band, Vasaris Autobiographie "Mein Leben", auf den Buhr aber nicht näher eingeht. Sie hebt indes hervor, dass sich die "schlanken, eleganten Taschenbuchausgaben" nicht nur zum Quellen-Studium in der Bibliothek, sondern auch als "praktischen Begleiter" vor Ort anbieten. "Bewundernswert" findet sie, wie es den Herausgeber-Team sowohl hier als auch in jeder einzelnen Lebensbeschreibung gelingt, "aus Vasaris biografischen Erzählungen und seinen oft sehr bildhaften Werkbeschreibungen die zu Grunde legende Ästhetik herauszufiltern".
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