Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2002
Die Zürcher Sozialpsychologin und Volkskundlerin Gisela Unterweger hat eine spannende Studie zum Thema multikulturelle Gesellschaft verfasst, die ein Licht auf bisher wenig bekannte Seiten der Multikulturalität werfe, berichtet der Rezensent mit dem Kürzel "urs". Die Autorin habe, so "urs", 20 Schüler aus einer "2. Realklasse" eines Oberstufenhauses beobachtet und befragt, die aus zwölf verschiedenen Nationen stammten, und präsentiere in diesem Buch "einprägsame" und "vielschichtige Momentaufnahmen" der Träume, Wünsche, Vorstellungen und Ängste der Schüler. Besonders interessant findet der Rezensent die These der Autorin, dass Kultur nicht vererbt, sondern täglich ausgehandelt und angeeignet werde. Gerade die Ausgrenzung und Stigmatisierung wegen der eigenen Herkunft im Klassenverband oder in der Gesellschaft mache eine "freie Entwicklung einer kulturellen Identität unmöglich". Daher sei es überaus wichtig, stimmt "urs" zu, Integrationsbemühungen einen hohen Stellenwert zu geben, um den "Teufelskreis" von Frustration und Gewalt zu durchbrechen.
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