Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Schermer-Rauwolf und Robert A. Weiß. San Francisco, 2. August 1923. Gebannt warten die Zuschauer des Curran Theatre auf den Beginn der großen Show des jungen Magiers Charles Carter. Für heute Abend hat sich ein ganz besonderer Gast angesagt: Kein Geringerer als der amerikanische Präsident Warren G. Harding soll in der Ehrenloge sitzen und beim "Spiel mit dem Teufel", Carters neuester Illusion, sogar selbst auf die Bühne treten. Und tatsächlich: Harding übernimmt die Rolle des Schiedsrichters beim großen Duell des Magiers mit dem Teufel, wird zerstückelt, mit allerlei Getöse von der Bühne gezaubert ? und steht kurz darauf stolz und unversehrt vor den begeisterten Zuschauern und seiner erleichterten Ehefrau. Nur wenige Stunden später ist er tot...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2002
"Fulminant" findet Thomas Hermann das literarische Debüt von Glen David Gold über das Leben des Magiers Charles Carter. Der gerät zunehmend ins Visier des amerikanischen Geheimdienstes, der Politik, der Wissenschaft und Wirtschaft, als der 29. Präsident der USA, Warren G. Harding, zwei Stunden nach einer Bühnenshow Carters, in der er den Präsidenten in einer "diabolischen Illusion" in Stücke gerissen hatte, allerdings ohne ihm ein Haar zu krümmen, zu Tode kommt, berichtet der Rezensent. Die Mischung aus Roman und Künstlerbiografie, aus Fakt und Fiktion hält Hermann für überaus gelungen: "Gold als Erzähler wie auch sein Held brillieren in der Kunst der Täuschung", schwärmt der Rezensent, der fast schon annimmt, dass das "ungetrübte Lesevergnügen" durch die von Gold "gekonnt inszenierten Illusionen" zustande kommt. Hermann jedenfalls hat sich von den "Schreibtricks" des Autors ganz und gar fesseln lassen.
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