Museen und Ausstellungen gehören zu den großen Sinnagenturen der Moderne. Sie sind Orte der Repräsentation und Konstruktion von Kulturen. Die ungebrochene Attraktivität des Musealen ist Anlass, die Aufsätze von Gottfried Korff zu Theorie und Praxis der Kulturmuseen und der historischen Ausstellungen erstmals zusammenzuführen. Wissenschaftler und Architekten kommentieren die hier ebenfalls dokumentierten Ausstellungen.Korffs Sicht auf die "Museumsdinge" ist fundiert in zweifacher Hinsicht: Als Ausstellungsmacher entwickelte er Prinzipien der Präsentationsästhetik und der publikumswirksamen Vermittlung anspruchsvoller Themen. In theoretischen Überlegungen erkundet er die Grundideen des Museums - Deponieren und Exponieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2003
Kai Michel findet, es sei "höchste Zeit", dass ein Buch die großen Ausstellungen von Gottfried Korff und seine Ansichten zu Sinn und Zweck des zeitgenössischen Museums dokumentiert. Gehört Korff doch nach Meinung des Rezensenten zu einem der wichtigen "Protagonisten des Museumsbooms", der seit den 70ern herrscht. Michel stellt eingehend die Ansichten des Ausstellungsmachers vor, für den das Museum nicht Ort des "Sammelns und Bewahrens", sondern eine Bühne zur Inszenierung der Kunst ist. Diese Inszenierung, die dabei stets auch "Interpretation ist, darf nicht versuchen, eine "heile Welt" zu simulieren, fasst der Rezensent die Ausführungen Korffs zusammen, der für eine "ironische Museografie" plädiert, die zwar auf das ausgestellte Original setzt, sich jedoch der "Verfremdung bedient".
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