Greg Palast untersucht, warum das FBI die Nachforschungen über einen Bin-Laden-Verwandten einstellte, und trifft auf gute Bekannte. Seine unermüdlichen Recherchen über die Wahlmanipulation bei der letzten US-Präsidentenwahl liefert Munition für Michael Moores Stupid White Men. In den geheimen Plänen von Institutionen wie dem Internationalen Währungsfond entdeckt er rücksichtsloses Kalkül (Aufstände inbegriffen) und konkrete Gefahren für Wirtschaft und Demokratie einzelner Länder. Seine Arbeit wird von Insidern heimlich mit Dokumenten unterstützt (so aus der Weltbank), von vielen geschätzt und von ebenso vielen gehaßt. In amerikanischen Medien kann er kaum veröffentlichen. Erstmals erscheinen seine Reportagen hier auf deutsch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.02.2004
Bevor Alexander Kluy zum Thema kommt, erinnert er ausführlich an die muckrakers, jene vom Reformgeist der vorletzten Jahrhundertwende entzündeten Erfinder der Sozialreportage, die damals, zur Hochzeit der Industrialisierung, in die Schlachthäuser gingen und hinter die Kulissen des amerikanischen Big Business schauten - die Urahnen von Enthüllungsjournalisten wie Greg Palast, der Kluy zufolge seit dreißig Jahr in den Schmutzschichten von Politik und Geld gräbt und dabei immer noch mit ungebrochener moralischer Entrüstung vorgeht. Das ist einerseits natürlich gut, meint Kluy, da Palast auf diese Weise die kriminellen Machenschaften von Politikern und Industriellen offen lege, andererseits führe es zu einer Einseitigkeit, die ein recht schlichtes Bild erzeuge: Amerika als "hässliches, korruptes, debiles und kaputtes Land, zur einen Hälfte bewohnt von Kriminellen, zur anderen von Analphabeten". Und aus diesem Grund sei dem Buch der Erfolg in Deutschland sicher - Michael Moores Lobgesang auf dem "hässlichen Umschlag" und Palasts "schmissige" Art zu schreiben dürften auch nicht schaden.
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