Vor der Wende standen sie auf verschiedenen Seiten: Gregor Gysi, Sohn des DDR-Kulturministers Klaus Gysi und Anwalt, und Friedrich Schorlemmer, Pfarrerssohn und Oppositioneller. In diesem sehr persönlichen Gespräch mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt erinnern sich beide an ein verschwundenes Land und wie sie es erlebten. Sie sprechen über das, was Bestand haben wird, aber auch das, was auf den Müll der Geschichte gehört. Ohne Scheuklappen und falsche Ressentiments unternehmen sie im Gespräch mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt den Versuch, über das zu sprechen, was bedenkenswert bleibt an dem gesellschaftlichen Projekt, das die DDR gewesen ist. Gerade angesichts eines entfesselten Kapitalismus, der seine Menschen ebenso wie Natur und Umwelt zur Ressource macht, statt sich in deren Dienst zu stellen, ist dieses Buch das notwendige Unterfangen, Alternativen zu beschreiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.08.2015
Cornelius Pollmer bedauert, dass dem Gespräch zwischen Gregor Gysi und Friedrich Schorlemmer der Streit fehlt und die Struktur. Das geht an die Adresse des Moderators Hans-Dieter Schütt. Was auf youtube Spaß macht, nervt vielleicht in Buchform, gibt der Rezensent zu bedenken. Schade, weil die beiden Gesprächspartner durchaus etwas über das Erbe der DDR zu sagen hätten, etwas, das über Spreewaldgurken hinausgeht, meint Pollmer.
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