Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld?
Grit Poppes Jugendroman über die letzten Jahre der DDR und die zersetzenden Stasi-Verstrickungen von Familienmitgliedern und Freunden ist für Tanya Lieskes Geschmack zwar etwas reißbrett-artig geraten: Hier hätte eine echte Chance bestanden, "Zwischen- und Grautöne" zu nuancieren, meint die Rezensentin. Dennoch ist das Buch von Wert, meint die Rezensentin: Nicht nur, weil die aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung stammende Autorin beispielsweise zu den Bedingungen des Jugend-Strafvollzugs in der DDR hervorragend recherchiert habe, sondern auch, weil der Roman dazu einlade, noch einmal ganz in die Haptik und Textur des untergegangenen deutschen Staates einzutauchen, wozu auch das beigefügte Glossar dienlich sei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2014
Grit Poppe versucht mit ihren Büchern seit Jahr und Tag dafür zu sorgen, dass die Bilder der Euphorie des Mauerfalls nicht die einzige Erinnerung sind, die von der DDR bleiben, weiß Roswitha Budeus-Budde. In "Schuld" erzählt sie die Geschichte zweier Jugendlicher in Jena: Jana ist die Tochter linientreuer Eltern, ihr Freund Jakob, der sie mit seinen politischen Ansichten zunächst verunsicherte und später zum Widerstand brachte, ist Mitglied der Bürgerbewegung "Demokratie jetzt", fasst die Rezensentin zusammen. Janas Vater denunziert Jakob, der verhaftet wird und bis zum Mauerfall in ein Jugendgefängnis in Halle gesperrt wird. Erst am Tag des Mauerfalls kommt er frei und Jana und Jakob treffen sich natürlich wieder, verrät die Rezensentin.
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