Die 35 Wortprotokolle der Beratungen des CDU-Bundesvorstands von 1973 bis 1976 sind eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte der CDU und der Bundesrepublik dieser Jahre. In relativ kurzer Zeit gelang es dem neuen Vorsitzenden Helmut Kohl zusammen mit seinem Generalsekretär Kurt Biedenkopf, die Depression der Partei nach der Wahlniederlage von 1972 zu beenden, Aufbruchsgeist zu wecken und die bisherige Regierungs- und Fraktionspartei zu einer Mitgliederpartei umzuformen. Der Parteivorstand wurde zum Zentrum für Koordination und Integration der CDU in Bund, Ländern und Kommunen. Erfolgreiche Landtagswahlen dokumentierten die neue Attraktivität. Entscheidend dafür war die organisatorische und programmatische Erneuerung mit der "Mannheimer Erklärung" von 1975, dem gesellschaftspolitischen Ansatz der "Neuen sozialen Frage" sowie einer konstruktiven Oppositionspolitik in allen innenpolitischen Themenfeldern, besonders einer neuen Ost- und Deutschlandpolitik, die die Frontstellung früherer Schlachten vergessen machte. Diesem neuen Kurs einer "Politik aus einem Guß" gingen z.T. lange und kontrovers geführte Diskussionen voraus, die die ganze Führungsqualität des Parteivorsitzenden forderten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2015
Henning Köhler hat großen Respekt vor der Leistung des früheren Archivleiters der Adenauer-Stiftung, Günter Buchstab. Die von Buchstab vorgenommene Edition der Protokolle des CDU-Bundesvorstands aus den Jahren 1973 bis 1976 bietet dem Rezensenten in hoher Qualität ein Panorama der "spannendsten" Jahre der Union. Unter anderem wohnt Köhler den erbitterten Kämpfen zwischen Kohl und Strauß bei sowie den Vorbereitungen zur Bundestagswahl 1976 auf breitem Raum, wie er schreibt. Angesichts der sich offenbarenden Auseinandersetzungen im eigenen Lager zeigt sich Köhler verwundert über den Erfolg der Union. Insgesamt begegnet ihm in den Protokollen eine höchst lebendige Partei.
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