Das Genre der "études philosophiques" ist im französischen Sprachraum weit verbreitet. Es gibt mehrere Zeitschriften dieses Namens und an den Universitäten werden häufig unter einem solchen Titel Veranstaltungen angeboten. In diesem Buch erprobt der Philosoph Günter Fröhlich das hierzulande noch wenig eingeführte Konzept der philosophischen Etüde: Denn wie das Klavierspiel (man denke etwa an Chopins "Etüden") oder eine handwerkliche Fertigkeit lässt sich auch das Denken üben, wenn wir häufig, bewusst und geregelt über etwas nachdenken - und wie etwa beim sportlichen Training ist es wichtig, nicht einfach "drauflos zu denken"
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2016
Willy Hochkeppel entdeckt in Günter Fröhlichs Buch überraschende philosophische Einsichten. Locker geschrieben, aber durchaus anspruchsvoll scheinen ihm Fröhlichs Interpretationen zu Nietzsches Diktum "Gott ist tot", zu Wittgensteins berühmten Sätzen über das, was der Fall ist, oder zum Thema Gehirn und Computer. Die Frage, ob es im Fall der Philosophie überhaupt Vorurteile gibt oder nur Unkenntnis, stellt der Autor laut Hochkeppel zur Ehrenrettung der Philosophie und gegen alle im Buch so eloquent vorgeführte abschreckende Philosophasterei. Auch der Widerspruch, zu dem der Autor den Rezensenten hier und da reizt, macht das Buch für Hochkeppel lesenswert.
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