Herausgegeben von Daniel Schubbe, Jens Lemanski und Rico Hauswald. Die Frage "Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?" gehört zu den ebenso traditionsreichen wie umstrittenen Problemen der Philosophie. Der vorliegende Band nimmt sich der "Grundfrage" in einer ideengeschichtlichen Perspektive an. Dabei stellt sich heraus, dass sie in ihrer Geschichte von der Antike bis zur gegenwärtigen analytischen Philosophie nicht nur jeweils unterschiedliche Antworten provoziert hat, sondern vor allem auch ganz verschieden gestellt worden ist. Der Band wird durch einen Überblick über die vielschichtige Diskussion der "letzten Warum-Frage" in der Tradition der Analytischen Philosophie sowie einen Antwortversuch aus Sicht der aktuellen Physik und Kosmologie abgerundet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.09.2013
Von großen intellektuellen Vergnügungen berichtet Burkhard Müller in seiner Rezension dieses, wie er schreibt, trotz vieler Beiträger und Aufsätze in sich erstaunlich stimmig zusammengestellten Bandes über die inter- und transdisziplinäre Wirkungsgeschichte von Leibnizens berühmter Frage, warum überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts sei. Applaus erhält etwa Hubertus Busche für seine konzise Zusammenfassung von Leibnizens Gedankenwelt: Mit wenigen Seiten ersetzt sie die Lektüre ganzer Kompendien. Eine Spur zu verraunt geht es für Müllers Geschmack allerdings bei der Heidegger-Fraktion zu, deren Textkryptik sich nur Experten der Schwarzwälder Philosophie erschließt (genüsslich zitiert der Rezensent deren Texthermetik: "Die Unterkunft der Ankunft des Ausbleibens ist nicht solches, was für sich irgendwo besteht und zufällig zur Bleibe des Ausbleibens wird." Aha.). Am wohlsten fühlt sich Müller bei den Darlegungen zu Schopenhauer, bei denen es ihm dämmert, dass der Casus Knacksus im fehlgehenden "Warum" liege, da es sich in der Kette des Vorgängigen verstrickt und ein Nichts von vornherein schon nicht in den Blick kriege. Nein, schreibt Müller, leicht zu kriegen sind die hier versammelten Überlegungen nicht, doch richten sie sich beileibe nicht allein an den Elfenbeinturm.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…