Der Band bietet eine breite Einführung in die Wissenschaftsphilosophie, die sich (anders als die meisten verfügbaren Einführungen) nicht auf bestimmte Themen oder Diskussionslinien der allgemeinen Wissenschaftstheorie beschränkt, sondern die Philosophien der Einzelwissenschaften separat in den Blick nimmt. Insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten sind die Philosophien der Einzelwissenschaften unter dem Dach der Wissenschaftsphilosophie zunehmend zusammengewachsen als gleichberechtigte, analog strukturierte und oft aufeinander bezogene Arbeitsfelder, die eigenständig, aber in wechselseitigem Bezug auf die allgemeine Wissenschaftsphilosophie diskutiert werden. Eine Folge dieser Entwicklung ist, dass sich die wichtigsten wissenschaftstheoretischen Debatten immer stärker in den Philosophien der Einzelwissenschaften abspielen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.08.2017
Dirk Pilz hält den von Simon Lohse und Thomas Reydon herausgegebenen Band für eine gründliche Einführung in das Denken der Gegenwart, eine ohne Beispiel im deutschsprachigen Raum außerdem. Als besonders empfindet Pilz den Umstand, dass die präsentierten philosophischen Erörterungen auf dem Studium der einzelnen Wissenschaften basieren, die sie als eigenständig anerkennen. Auch wenn keine allgemeine, umfassende Wissenschaftsphilosophie geboten wird, fünf Abteilungen stellen dem Rezensenten Wissenschaftsfelder aus philosophischer Perspektive vor, Biomedizin genauso wie Mathematik. Fachspezifische Fragen stellen sich dem Rezensenten beim Lesen zuhauf. Gibt es die eine Evolutionstheorie eigentlich? Hätten alle 29 Autoren der Beiträge zu einer unverkrampften Sprache gefunden, der Rezensent wäre noch glücklicher mit dem Band geworden.
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