Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2004
Der "angesehene emeritierte Würzburger Strafrechtler Günter Spendel" fasst gerne heiße Eisen an, und das gefällt Gerd Roellecke ausgesprochen gut. In der Aufsatzsammlung "Für Vernunft und Recht" geht es beispielsweise um die Frage, ob die Bundesregierung "das Leben des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer opfern" durfte, um die "Bürger vor terroristischer Bedrohung zu sichern?" Oder war es einem Arzt in der NS-Zeit gestattet, tausend Geisteskranke zu töten, wenn er dadurch viertausend retten konnte? Diese brenzligen Fragen werden vor einem geistesgeschichtlichen Panorama entfaltet, in dem der "Apfelschuss Wilhelm Tells" ebenso wenig fehlt wie der "merkwürdige Vertrag des jüdischen Geldverleihers Shylock" und Friedrich Ebert. Besonderes Augenmerk widmet der Rezensent der Tatsache, dass Spendel sich auch ganz allgemein "der Rechtsbeugung im Unrechtsstaat" zuwendet. Dabei komme der Autor, indem er "strikt den gleichen Maßstab" anlege, zu dem Schluss, "dass das SED-Regime den Anschein von Rechtlichkeit, den jedes Gerichtsverfahren vermittelt, noch gemeiner ausgenutzt und instrumentalisiert hat als das NS-Regime". Als Tugend rechnet der Rezensent dem Autor auch an, dass er sich "vom Zeitgeist nie wirklich irritieren" lasse, was seiner Meinung nach beinahe die Verpflichtung beinhalte, ihn zu lesen.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…