Ausgewählt und kommentiert von Ulrich Krüger und Benjamin Lahusen. Der jüdische Rechtsanwalt und Autor Max Hackenberg prägte in der Zeit der Weimarer Republik maßgeblich den Stil der "juristischen Journalistik". Von 1912 bis 1933 schrieb er die Kolumne Juristische Rundschau in der zweiwöchentlich erscheinenden Deutschen Juristen-Zeitung, der seinerzeit populärsten juristischen Fachzeitschrift - eine einzigartige Chronik über Recht und Zeitgeschehen der Weimarer Republik.Max Hachenburg dokumentierte und kommentierte aus der Perspektive des Rechts die Ereignisse seiner Zeit. Die aktuellen juristischen Entwicklungen und das politische, gesellschaftliche und ökonomische Leben begriff er stets im Zusammenhang. Seine Kolumnen vermitteln auch heute noch einen überaus lebendigen Einblick in die Zeit zwischen den Weltkriegen. Hachenburg kommentiert in Echtzeit, und gerade deshalb zeigt er immer wieder exemplarisch, wie das Recht auf Krisensituationen reagieren kann - erfolgreich oder erfolglos.Das Buch versammelt ausgewählte Jahrgänge aus der Zeit der Weimarer Republik. Hackenberg beobachtet einschneidende Ereignisse in dichter Folge: Revolutionen, neue Verfassungen, Putschversuche, Hyperinflation, außenpolitische Dramen, Staatskrise und den Aufstieg der NSDAP. Er schildert aber auch spektakuläre Strafverfahren und Rechtsalltag.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2022
Rezensent Daniel Damler liest die "kompetent kommentierten" Kolumnen des Rechtswissenschaftlers Max Hachenburg für die "Deutsche Juristen-Zeitung" als "Echtzeitprotokoll" der 1920er Jahre. Wie der Jurist die Gesetzgebung seiner Zeit kommentiert, das hat für Damler zwar nicht den Unterhaltungswert eines Karl Kraus oder Tucholsky, dafür bietet der Autor durchaus pointierte, vor allem jedoch abwägende Urteile im Sinne eines juristischen Journalismus, so Damler. Sinn und Zweck eines Gesetzes konnte seinerzeit niemand so klar erfassen und auch vermitteln wie Hachenburg, meint Damler. Dass der Autor sogar dem Nazi-Unrechtsstaat bis zu einem gewissen Grad Verständnis entgegenzubringen versuchte, findet Damler allerdings verstörend.
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