Aus dem Italienischen von Enrico Heinemann. Was die moderne Physik über unsere Welt verrät Auf die Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält, gibt die moderne Naturwissenschaft eine eindeutige Antwort: Materie. Aus Materie sind wir gemacht, wir bewegen uns auf ihr, wir formen sie zu Tausenden von Objekten. Doch was, wenn sich die Stabilität von Materie als Illusion erweist, wie jüngste Erkenntnisse nahelegen? In seiner unnachahmlichen Mischung aus avancierter Physik, Geschichten und Popkultur vergegenwärtigt Tonellis so kurzes wie atemberaubendes Buch diesen für das Denken unserer Zeit konstitutiven Zusammenbruch vermeintlich bewährter Grundlagen. Als es Guido Tonelli und anderen führenden Physikern im Jahr 2012 gelang, das Higgs-Boson nachzuweisen, war das mit der Hoffnung verbunden, endlich das Teilchen gefunden zu haben, das allen anderen Teilchen Masse verleiht. Wenn Materie stabil ist und dem Vergehen widersteht, so sollten wir das diesem Teilchen verdanken. Doch das Gegenteil trat ein. Wie schon im Fall der fortschrittlichsten physikalischen Theorie, der Quantenmechanik, ohne deren Annahmen es kein einziges Smartphone gäbe, löste sich die Materie buchstäblich auf: als sei alles, aber auch wirklich alles, nichts weiter als das Ergebnis eines Spiels zufälliger Fluktuationen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.10.2024
Materie ist nichts als Illusion, lernt Rezensent Gerrit Stratmann von italienischen CERN-Forscher Guido Tonelli, der in seinem Buch "mit größter Leichtigkeit" Erkenntnisse der modernen Teilchenforschung darbietet. Am Anfang steht eine knackig kurzer Abriss der Geschichte der Atomtheorie, die bei Demokrit beginnt, so Stratmann. Im Anschluss erklärt vollzieht Tonelli die Entstehung des heutigen "Standardmodells der kleinsten Teilchen" nach, deutlich detaillierter, und kann für den Rezensenten gut nachvollziehbar darstellen, dass die Idee der "festen Materie" trügerisch ist - was bleibt sind eine Menge "punktförmiger Teilchen" und Elemente, die nicht von Dauer sind. Auch was "Dunkle Materie" und "Dunkle Energie" ausmacht, erfährt Stratmann aus diesem Buch, der sich lediglich ergänzend ein paar Abbildungen gewünscht hätte - vor allem wenn Tonelli Exkurse zu Mythen oder Kunstwerken macht. Ansonsten eine absolute Leseempfehlung, auch für Fachfremde.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…