Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. Christopher Clark folgt der Karriere des letzten deutschen Kaisers: die schwierige Jugend bei Hof, die Etablierung seiner Macht sowie seine politischen Auseinandersetzungen und Ziele. Mit dem Ersten Weltkrieg endet auch die Herrschaft Wilhelms II. Der Kaiser dankt ab und muss den Rest seines Lebens im Exil verbringen. Clarks sorgfältig recherchiertes Buch bietet eine neue, zuweilen provokante Interpretation des Monarchen und seiner dreißig Jahre währenden Regentschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2009
Dicke Wälzer über Wilhelm II. gibt es genug, wenn auch vor allem aus Großbritannien. Über diese "schlanke" Darstellung des Kaisers freut sich Wolfram Pyta darum besonders. Der auf die Herrschaftsstrukturen abzielende Zugang, den der Cambridge-Historiker Christopher Clark für seine Arbeit wählt, erscheint dem Rezensenten dennoch höchst ergiebig. Außerdem gelingen dem Autor laut Pyta eine Reihe von originellen Einsichten bzw. Akzenten. Dazu gehört für ihn die Begründung des "galoppierenden Machtverlusts" mit dem halbherzigen Verhältnis des Kaisers zum preußischen militärischen Ethos. Dass Clark von einer allzu normativen Beurteilung der Persönlichkeit und der Politik des Kaisers absieht, rechnet der Rezensent ihm hoch an. Ebenso die quellenkritisch argumentierende Kollegenschelte, die Pyta dem Autor nicht zuletzt deshalb abnimmt, weil dieser sich mit dem vorliegenden Band als "feinsinniger Beobachter" empfiehlt, dem die Synthese aus personell und strukturell orientierter Studie so "kraftvoll" wie konzis gelingt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2009
Cord Aschenbrenner stellt drei Monografien über den letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. vor. Sehr lobende Worte findet der Rezensent für Christopher Clarks Biografie. Mit Eleganz und Genauigkeit schildere der britische Historiker die Herrschaftszeit Wilhelm II., wobei er vor allem der Außenpolitik des Kaisers nicht die prägende Wirkung zuschreibt, die man gemeinhin darin sieht, wie der Rezensent erklärt. Ohne dass Clark eine Rehabilitation Wilhelm II. anstrebt, bemüht er sich in seinem, wie der Rezensent preist, glänzend geschriebenen Buch zumindest um Verständnis für den Kaiser, dem er dennoch eine "völlige Unfähigkeit" für eine stimmige Politik attestiert, wie der sehr eingenommene Aschenbrenner feststellen muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.10.2008
Harry Nutt begrüßt Christopher Clarks Studie über Wilhelm II., die einen Blick auf den deutschen Kaiser jenseits von "Verklärung" und "Verdammung" ermögliche. Er bescheinigt dem Historiker, Biografie und Wirken des oft als aggressiven Kriegstreiber und Psychopathen charakterisierten Regenten gegen den Strich zu lesen und zu entdämonisieren, ohne ihn dabei rehabilitieren zu wollen. Besonders schätzt er die "unaufgeregte" Art, mit der sich Clark seinem Gegenstand widmet, seine Fähigkeit auch, Fragen neu zu formulieren und das vorhandene Material einer Revision zu unterziehen. Deutlich wird in seinen Augen die große Kluft zwischen den großspurigen Reden des Kaisers und seiner tatsächlichen Macht. Am Ende ergebe sich keineswegs das Bild eines Kaisers, der sein Land an den Abgrund geführt habe, sondern das eines widersprüchlichen Herrschers, der an der politischen Realität gescheitert sei. Lobend äußert sich Nutt auch über die Darstellung, die sich durch "Schnörkellosigkeit" und "Eleganz" auszeichnet.
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