Gunnar Heinsohn

Söhne und Weltmacht

Terror im Aufstieg und Fall der Nationen
Cover: Söhne und Weltmacht
Orell Füssli Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783280060087
Gebunden, 189 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Nicht Religionen, Stammesfehden oder Armut sind die Hauptgründe für die anwachsende Eskalation des Terrorismus. Vielmehr sorgt ein übergroßer Anteil von Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung für tödliche Kämpfe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.01.2007

"Koffer packen" laute Gunnar Heinsohns Empfehlung für alle Europäer unter 40, verrät Rezensent Mohssen Massarrat, denn nur so könne man den mit Sicherheit kommenden Krieg gegen 350 Millionen jungen Islamisten überleben. Kriege entstünden heutzutage, so die steile These Heinsohns, durch einen Bevölkerungsüberschuss an jungen Männern ohne Zukunftsperspektive. Der Rezensent reibt sich verwundert die Augen, wie der Autor all die evidenten Gegenbeispiele zu seiner Theorie ignorieren könne, wie beispielsweise Bangladesch, China oder Brasilien. Aber Heinsohn ignoriere nicht nur, staunt der Rezensent, er stelle die Kausalitäten der von ihm angeführten Beispielkriege auf den Kopf, wenn er den aktuellen Afghanistankrieg oder den amerikanischen Irak-Feldzug anführe. Vollends "absurd" findet Massarat dann die Überlegung, dass der israelisch-palästinensische Konflikt durch humanitäre Hilfen für palästinensische Familien gewissermaßen geschürt werde. Als "zynisch" bezeichnet der Rezensent Gunnar Heinsohns Folgerung, generell Hilfsleistungen in Krisengebiete der so genannten Dritten Welt zu stoppen und damit die Kinderproduktion zu beschränken.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.02.2004

Reiner Klingholz zerpflückt Gunnar Heinsohns "wilde Thesen" über den linearen Zusammenhang von einem Überschuss an jungen Männern in einem Land und der Gefahr gewalttätiger Konflikte. Mit seiner "martialischen" Sprache stehe der Sozialforscher dem "Stammtisch näher als der Wissenschaft", lautet dementsprechend das vernichtende Urteil. Auf den ersten Blick sei Heinsohns Studie relativ einleuchtend, aber bei genauem Hinschauen kämen schnell Zweifel auf. Heinsohn bemühe zahlreiche Beispiele, für die Klingholz aber noch mehr Gegenbeispiele findet. So biete das Buch keine Erklärung für die relative Friedfertigkeit von Sambia oder Brasilien, die ebenfalls mit einem Jugendüberschuss konfrontiert sind. Und in Asien war die Konfliktwelle schon längst vorüber, bevor die Geburtenraten explodierten. Die Wirklichkeit ist komplexer als Heinsohns monokausales Modell, schließt der Rezensent, und die vielen jungen Männer eben nur eines von vielen Problemen.

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