Zu den meisten seiner Lesungen hat Gunter Gerlach immer einen seiner Hunde mitgebracht, oft sind es schwarze gewesen, denen der Autor dann vorgelesen hat. Immerhin ein Lesewesen, das ihm aufs Wort folgte auf seinen stets ungewöhnlichen Lesungen. Das lässt sich nicht vorstellen, das Unvorstellbare dieser 'poetischen' Situation. Und wenn der Leser schließlich noch dem Unvorstellbaren seiner phantastischen Prosa folgt, hat man sich längst in einer seiner grotesken Geschichten verirrt. Noch während man versucht, das Wahre und das Unwahre zu unterscheiden, ist man längst in Gunter Gerlachs Kopf eingeschrieben und selbst zu seinem Protagonisten, zu einer Abschrift seiner abstrusen Absichten. So ist es schon vielen Lesern*innen ergangen. Gunter Gerlach versteht, es alle auf einfachen sprachlichen Wegen ex abrupto in zwei- oder auch dreifache Welten zu beamen. Wehe dem, der dann behauptet, er würde dort unter anderem mit den Gegenständen - z.B. Schrank, Tisch und Stuhl - in den Geschichten sprechen können. "Ein falsches Wort und du bist tot", ist sein zweiter Erzählband.
Rezensent Jürgen Deppe freut sich über diesen durch eine Crowdfunding-Initiative ermöglichten neuen Band mit Erzählungen von Gunter Gerlach, auch wenn die Texte ihm mitunter äußerst skurril erscheinen. Jeder Menge seltsamen Figuren und Begebenheiten, Tiefkühlleichen, Kneipenbekanntschaften und problematischen Selbstmördern begegnet der Rezensent. Verstörend, aber auf unterhaltsame, sympathisch schrullige Weise, findet Deppe.
Rezensent Frank Keil würdigt dieses "Abschiedsbuch" von Gunter Gerlach mit einer sehr persönlichen Besprechung. Gerlach, Mitbegründer der Autorengruppe PENG und des Literaturquickies, ist an Demenz erkrankt, klärt der Kritiker auf, der auch mit Gerlach-Freund und Verleger Lou A. Probsthayn gesprochen hat. Probsthayn verantwortet die vorliegende Sammlung von 33 Kurzgeschichten, die durch Crowdfunding zustande gekommen ist. Gern lässt sich der Rezensent noch einmal gefangen nehmen vom Gerlach-Sound und dem "Grotesken" seiner Texte, etwa wenn hier von einer Frau erzählt wird, die gern in Kakao badet oder einem Krimischriftsteller, der für die Polizei spannende Fälle erfindet.
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