Gustave Flaubert war zeit seines Lebens ein extensiver Briefeschreiber. Cornelia Hasting, seit Jahrzehnten intensiv mit dem Werk Flauberts befasst, hat eine Auswahl getroffen, dank der wir Flaubert in den wichtigsten Momenten seines Lebens über die Schulter schauen dürfen. Flauberts Briefe erzählen vom Tod der geliebten Schwester, von seinen Krankheiten, von den Reisen nach Ägypten und Karthago, vom Skandal um Madame Bovary; sie zeugen von der Freundschaft zwischen Flaubert und Turgenjew, George Sand und Guy de Maupassant, an den er den letzten Brief vier Tage vor seinem Tod am 8. Mai 1880 schreibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.12.2021
Rezensent Gustav Seibt lernt in dieser von Cornelia Hasting übersetzten Briefauswahl vor allem Gustav Flauberts Hass als "sehr bewegliches Geschütz" kennen. So teilt der Autor in seinen Briefen nach allen Seiten aus, schimpft während des Deutsch-Französischen Krieges 1870-1871 zuerst ausgiebig auf seine Landsleute und deren Begeisterungsfähigkeit für den Krieg, später ebenso auf die Blödheit der Preußen und verwirft dabei auch mal eben die Demokratie oder die Kultur, resümiert der Kritiker leicht resigniert. Viel Neues bietet ihm Hastings Jubiläumsausgabe im Vergleich zu Helmut Scheffels "umfangreicheren" Zusammenstellung von 1964 dabei leider auch nicht, hält Seibt fest.
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